Donnerstag, 29. Februar 2024
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Lewis Hamilton rassistisch und homophob beleidigt: Hohe Strafe für Ex-Weltmeister

Weil er Lewis Hamilton rassistisch und schwulenfeindlich beleidigt hat, ist der ehemalige brasilianische Formel-1-Fahrer Nelson Piquet nun zu einer hohen Geldstrafe verurteilt worden.

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Wenn es um den britischen Formel-1-Fahrer Lewis Hamilton geht, war der ehemalige Spitzenpilot Nelson Piquet nicht zimperlich: In einem Interview im Jahr 2021 ärgerte er sich der mittlerweile 70-Jährige über Hamilton, weil dieser in Silverstone einen Unfall mit Red-Bull-Fahrer Max Verstappen hatte.

In einem Interview ließ Piquet seinem Ärger freien Lauf

Verstappen, der mit Piquets Tochter Kelly verlobt ist, musste damals als Führender ausscheiden. Daraufhin bezeichnete er Hamilton mit dem Schwarze abwertenden Wort „Neguinho“. Außerdem sagte er, Nico Rossberg sei 2016 nur deshalb Weltmeister geworden, weil ihm Hamilton – sinngemäß – „den Arsch hingehalten“ habe.

Als das Interview für Aufregung sorgte, ruderte Piquet zurück: Er entschuldigte sich öffentlich bei Hamilton für die Aussagen – und behauptete, er wurde falsch verstanden. Der von ihm benutzte Begriff sei keine abfällige Bezeichnung für Schwarze, sondern bedeute im brasilianischen Portugiesisch einfach „Kerl“ oder „Person“.

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Menschenrechtsgruppen zeigten den Ex-Weltmeister an

Hamilton schrieb damals auf Twitter, Piquets Ansichten seien “veraltete Sichtweisen, die sich ändern müssen und keinen Platz in unserem Sport haben”. Solche Einstellungen würden ihn sein ganzes Leben begleiten: “Es war genug Zeit zu lernen. Jetzt ist es Zeit zu handeln.”

Vier Menschenrechtsgruppen haben Anzeige erstattet und Piquet zur Zahlung von zehn Millionen Real – etwa 1,9 Millionen Euro – aufgefordert. Diese Forderung hat ein Gericht in der Hauptstadt Brasilia nun abgeschwächt. Es verurteilte den dreifachen Formel-1-Weltmeister zur Zahlung von fünf Millionen Real, umgerechnet etwa 884.000 Euro, an Organisationen, die gegen die Diskriminierung von Homosexuellen und Schwarzen kämpfen.

Ein Urteil, das klar machen soll, dass Rassismus und Homophobie nicht mehr gehen

„Subtilität ist eine der Charakteristiken des modernen brasilianischen Rassismus“, heißt es in der Urteilsbegründung: Die Höhe der Geldstrafe stelle nicht nur „die Wiedergutmachungsfunktion der zivilrechtlichen Haftung, sondern auch die Straffunktion dar, damit wir als Gesellschaft eines Tages die schädlichen Handlungen, die Rassismus und Homophobie darstellen, loswerden können“, so das Gericht.

Abfällige Äußerungen über sexuelle Minderheiten scheinen in der Familie Piquet eine gewisse Tradition zu haben: So wurde sein Sohn Nelson Piquet jr. bereits 2013 vom US-Motorsportverband Nascar wegen homophober Äußerungen zu einer Geldstrafe verurteilt. Nachdem er einen anderen Fahrer auf Instagram als „Schwuchtel“ bezeichnet hatte, musste er 10.000 Dollar, damals umgerechnet etwa 7.500 Euro, zahlen.

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