Sonntag, 3. März 2024
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Der Letzte seiner Art: Schauspieler Helmut Berger ist tot

Helmut Berger ist tot. Der österreichische Schauspieler, der einst als schönster Mann der Welt galt, ist am Donnerstag im Alter von 78 Jahren in einer Seniorenresidenz in Salzburg verstorben.

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Man gebe den Tod von Helmut Berger voller Trauer bekannt, so sein Agent Helmut Werner auf der Webseite des Schauspielers. Berger sei am Donnerstag um 4.00 im Schlaf „friedlich, aber dennoch unerwartet“ gestorben. Er wäre am 29. Mai 79 Jahre alt geworden.

Helmut Berger zog es von Salzburg in die große Welt

Helmut Berger verbrachte seine Kindheit und Jugend in Salzburg. Dann arbeitete er in Paris und London als Fotomodel, bevor er in Rom an 1964 erste Erfahrungen als Filmschauspieler sammelte. 

Im Jahr 1966 wurde er das erste Mal von seinem Entdecker und späteren Lebensgefährten, dem 38 Jahre älteren Meisterregisseur Luchino Visconti, in einer kleinen Rolle im Film, „Hexen von heute“ besetzt.

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Als Muse und Partner von Visconti vollbrachte er Meisterleistung

Seinen Durchbruch schaffte er 1970 in Viscontis „Die Verdammten“, wo er für die Rolle für den Golden Globe als bester Nachwuchs-Schauspieler nominiert war, im gleichen Jahr spielte er die Titelrolle in Massimo Dallamanos Oscar-Wilde-Adaption „Das Bildnis des Dorian Gray“.

In vielen seiner Rolle spielte er schwule oder bisexuelle Narzisten – damit wurde er zur Personifizierung des sexuellen Tabubruchs im europäischen Kino der 60er und 70er Jahre. Dazu zählen etwa seine Rolle als Ludwig II. In Viscontis Film über den bayerischen König oder seine Rolle in Vittorio De Sicas „Der Garten der Finzi Contini“.

Ein Weltstar, der von Tabubrüchen lebte

Berger wurde schnell zum gefeierten Weltstar und lebte das „Dolce Vita“ in vollen Zügen. Er spielte zusammen mit Weltstars wie Burt Lancaster, Romy Schneider, Elizabeth Taylor oder Henry Fonda. Berger zierte er als erster Mann das Cover der Vogue. 

Weltbekannte Fotografen wie Helmut Newton, Mary Ellen Mark oder David Bailey veröffentlichten Bilderreihen von ihm. Andy Warhol fotografierte ihn mit seiner Polaroid-Kamera und fertigte von dem Bild einen seiner legendären Siebdrucke an.

Der Tod seines Förderers und Partners Luchino Visconti im Jahr 1976 stürzte Helmut Berger allerdings in eine tiefe Krise. Er unternahm einen Selbstmordversuch und machte durch Alkoholexzesse und einen dekadenten Lebensstil Schlagzeilen. Er sagte, dass er sich nach Visconti niemals mehr in jemand anderen verliebt habe.

Nach den großen Erfolgen zehrte Helmut Berger von seiner Vergangenheit

Große Rollen blieben aus, und so zehrte Helmut Berger immer mehr von seiner Vergangenheit. In den 80ern spielte er im „Denver-Clan“, 1990 engagierte ihn Francis Ford Coppola in „Der Pate III“ und zwei Jahre später spielte er im Video zu Madonnas „Erotica“ mit.

In den nächsten Jahren zelebrierte Helmut Berger seinen Ruf als Enfant Terrible, als Exzentriker mit Hang zum Größenwahn, im deutschen Medienzirkus: Medien berichteten ausführlich über seine Alkohol- und Drogenexzesse und zahlreichen Affären, etwa 2015 über die „Hochzeit“ mit It-Boy Florian Wess.

Exzesse und Größenwahn im deutschen TV-Dschungel

Auf die Frage, was andere über ihn denken, antwortete er: „Es ist mir scheißegal“. Im Jahr 1996 erklärte Berger in der „Harald Schmidt Show“, er sei „total verrückt“, 2013 ging er ins RTL-Dschungelcamp, das er allerdings aus gesundheitlichen Gründen nach wenigen Tagen wieder verlassen musste.

Was nur wenige wussten: Privat – und nüchtern – war der große Helmut Berger eher introvertiert und nachdenklich. In den frühen 2000er Jahren zog er sich eine Zeitlang aus der Öffentlichkeit zurück, um in seiner Heimat Salzburg seine Mutter zu pflegen.

Zuletzt versuchte Berger eine Rückkehr auf die große Leinwand

Auch versuchte er, wieder zur Schauspielerei zurückzukehren. Im Jahr 2014 spielte er den alternden Designer in Bertrand Bonellos Filmbiografie „Saint Laurent“, und 2018 gab er in Berlin im Alter von 73 Jahren sein Bühnendebut. 2019 erschien der Dokumentarfilm „Helmut Berger, meine Mutter und ich“ der Filmemacherin Valesca Peters.

Im November 2019 gab Helmut Berger schließlich bekannt, nach mehreren Lungenentzündungen seine Schauspielkarriere zu beenden. Wie sein Vorbild Marlene Dietrich wolle er seinen Lebensabend abseits der Öffentlichkeit verbringen, so Berger damals. Zuletzt lebte er in einer Seniorenresidenz in seiner Heimatstadt.

Auf der Website seiner Agentur heißt es: „Vor vielen Jahren sagte mir Helmut Berger: ‚Ich habe drei Leben gelebt. Und das in vier Sprachen! Je ne regrette rien!‘“

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