Mittwoch, 29. Mai 2024
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FPÖ über genderneutrales Schulklo empört – doch die SoHo hält dagegen

Ein politischer Streit ist um genderneutrale Toiletten an einer Wiener Schule entbrannt - die Wiener FPÖ sieht einen Skandal, den es nicht gibt

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Gestern wurde bekannt, dass der Schulstandort Anton-Krieger-Gasse in Wien-Liesing, bestehend aus einer Wiener Mittelschule sowie einem Real- und Oberstufenrealgymnasium, einige genderneutrale Toiletten für Schüler:innen bereitgestellt hat.

Auch Schüler, die sich als divers einordnen, sollen sich sicher fühlen

Diese sind mit „WC Schüler:innen“ gekennzeichnet, dazu gibt es auch pädagogische Begleitung. Der Grund für die Umbenennung: Es gebe an der Schule auch Schüler:innen, die sich als divers einordnen – und auch diese sollten sicher auf die Toilette gehen können.

Früher habe man für „safe spaces“ junger Frauen gekämpft, doch „nun wird das alles über Bord geworfen, um einer Minderheit, die im Promillebereich angesiedelt ist, den Hof zu machen“, gibt sich der Wiener FPÖ-Politiker ungewohnt progressiv.

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Wer weiß besser, was Schüler:innen brauchen? Direktor:innen vor Ort oder die FPÖ im Rathaus?

Für die FPÖ eine willkommene Gelegenheit, wieder auf die Empörungskarte zu setzen. „Der Genderirrsinn, der hier um sich greift, ist untragbar“, wütet der Wiener FPÖ-Klubobmann Maximilian Krauss. Es sei „unerhört, dass sich Mädchen nun ihre WCs mit jungen, hochpubertären Männern teilen müssen“, so der Politiker weiter.

„Die Direktor:innen an Wiener Schulen wissen wohl besser über die Bedürfnisse ihrer Schüler:innen Bescheid als Rathaus-Politiker der FPÖ“, entgegnet Dominique Mras, Trans-Referentin der SoHo Wien. Und deren Vorsitzende Tatjana Gabrielli erklärt: „Was hier passiert, ist aus dem Lehrbuch der amerikanischen, teils extremen, Rechten.“

SoHo sieht erneuten Versuch der FPÖ, die Gesellschaft zu spalten

Es werde der Versuch unternommen, „unsere Gesellschaft anhand von absurden Anschuldigungen zu spalten“, so Gabrielli weiter. Die Wiener Freiheitlichen seien nicht an Lösungen interessiert und würden zeigen, „dass sexualisierte Gewalt für sie nur ein Thema ist, wenn sie es als Vorwand für Hetze gegen marginalisierte Gruppen verwenden können“, so die Chefin der SoHo Wien.

„Diese Angstmache gegen Unisex-Toiletten und Personen, die dort ein sicheres Umfeld finden, ist in einem Land wie Österreich mit besonders vielen Gewalttaten an Frauen und 29 Femiziden allein im Jahr 2022, äußerst daneben. Ein Griff ins Klo“, schreibt Gabrielli den Freiheitlichen zum Schluss noch ins Stammbuch.