Donnerstag, 18. April 2024
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George Santos: Wahlkampfgelder für Botox und OnlyFans

In den letzten Monaten verging kaum eine Woche ohne einen neuen Skandal des republikanischen Abgeordneten George Santos. Der hat nun Konsequenzen angekündigt - die aber deutlich hinter den Erwartungen zurückbleiben.

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Wer ist George Santos? Zunächst einmal ein offen schwuler republikanischer Abgeordneter des US-Repräsentantenhauses. Alles andere ist nicht so sicher. In seinem Lebenslauf waren unter anderem der Abschluss einer Eliteuniversität und Jobs bei Goldman Sachs und Citigroup verzeichnet, die es so nie gegeben hat.

Doch das war alles gelogen, genaso wie seine jüdischen Wurzeln und die Erzählung, dass seine Mutter die Terroranschläge vom 11. September überlebt habe.

Santos soll Spender und Mitarbeiter mit einer „beständigen Serie von Lügen“ betrogen haben

Der Ethikausschuss des Repräsentantenhauses will nun Beweise dafür gefunden haben, dass er gegen das Strafrecht und andere Regeln verstoßen habe. So seien Spenden für seinen Wahlkampf offenbar in den eigenen Taschen gelandet, Spender und Mitarbeiter habe er mit einer „beständigen Serie von Lügen“ über seine Herkunft und seine Erfahrungen belogen.

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So muss er sich bereits wegen 23 Anklagepunkten vor einem Bundesgericht stellen. Darin wird er unter anderem beschuldigt, Geld von seinen Spendern gestohlen zu haben. So soll er eine eigene Beratungsfirma gegründet haben, um Spenden in seine private Kasse zu schleusen. Der Abgeordnete hat stets seine Unschuld beteuert.

Las Vegas-Trip, OnlyFans-Pornos, Botox-Behandlung, Ferragamo-Shopping

Im Juli 2022 soll er an einem Tag 2.281,52 Dollar in der Casino-Metropole Atlantic City ausgegeben haben. Auch Taxi- und Hotelkosten für einen Urlaub in Vegas sollen auf seiner Wahlkampf-Kreditkarte verbucht worden sein.

Geld von der Kampagnen-Kreditkarte soll Santos auch für „kleinere Einkäufe“ bei OnlyFans ausgegeben zu haben. Auch soll er Artikel im Wert von 6.000 Dollar bei der Luxusmarke Ferragamo gekauft haben, etwas weniger bei Hérmès, und eine Botox-Behandlung für 2.900 Euro ging ebenfalls aufs Wahlkampf-Budget.

Eine Empfehlung, Santos auszuschließen, gibt es trotzdem nicht

Eine konkrete Empfehlung, Santos aus dem Parlament auszuschließen, gibt der Ausschuss aber nicht. Er empfiehlt den Abgeordneten lediglich, den Untersuchungsbericht „sorgfältig“ zu lesen, dann sollen sie „jede Maßnahme ergreifen, die ihnen angemessen und notwendig erscheint“. Für Ausschussvorsitzenden Michael Guest wäre das der Rausschmiss aus dem Parlament.

Allerdings verfügen die Republikaner im 435 Sitze umfassenden Repräsentantenhaus nur über eine Mehrheit von vier Stimmen – und Santos sitzt auf einem traditionell Demokratischen Mandat. Anfang November war ein Antrag auf einen Rauswurf von Santos deshalb noch gescheitert.

Santos interpretiert die Vorwürfe aus seiner eigenen Perspektive

Der umstrittene Politiker denkt auf jeden Fall nicht daran, zurückzutreten. Er spricht von einer Schmutzkampagne gegen ihn. Allerdings werde er sich nächstes Jahr nicht mehr der Wiederwahl stellen, kündigte George Santos auf der Kurznachrichten-Plattform X (ehemals Twitter) an. „Meine Familie verdient etwas Besseres, als ständig im Visier der Presse zu sein“, begründet er diesen Schritt etwas eigenwillig.

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