Montag, 15. April 2024
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Transgender Day of Rememberance: Auch in Österreich wird das Klima rauher

Heute jährt sich der "Transgender Day of Rememberance" Auch in Österreich ist das Klima für trans Menschen rauher geworden, wie SPÖ und Grüne in ihren Aussendungen zum Thema betonen.

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Bereits zum 25. Mal wird am 20. November der „Transgender Day of Rememberance“ begangen – also ein Tag der Erinnerung an die Opfer von Transfeindlichkeit. Wie wichtig dieser Tag ist, zeigt die Grüne LGBTIQ- und Menschenrechtssprecherin Ewa Ernst-Dziedzic.

Weltweit 321 Morde an trans, nichtbinären und gender-nonkonformen Personen

Sie verweist auf die aktuellen Zahlen des globalen „Trans Murder Monitoring“. Demnach konnten zwischen 1. Oktober 2022 und 30. September 2023 weltweit 321 Morde an trans, nichtbinären und gender-nonkonformen Personen nachgewiesen werden. Davon waren 94 Prozent der Opfer trans Frauen, fast drei von vier Fällen kamen aus Südamerika. Aus Europa werden derzeit 16 Morde gezählt, davon je drei in Italien und der Türkei.

Dem Bericht zufolge waren 80 Prozent der Ermordeten Opfer von Rassismus. In Europa waren drei Viertel der Mordopfer als Sexarbeiter:innen tätig, fast die Hälfte der Ermordeten waren Geflüchtete oder hatten einen Migrationshintergrund.

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Transfeindlichkeit gibt es auch in Österreich, zum Beispiel von FPÖ und Teilen der ÖVP

„Dass weltweit 321 Angehörige unserer Community wegen ihrer eigenen und selbstbestimmten Geschlechtsidentität ermordet wurden, lässt mich in großer Fassungslosigkeit und tiefer Trauer zurück“, so Ernst-Dziedzic: „Es ist unsere Pflicht als Gesellschaft gegen jede Form von Transfeindlichkeit aufzustehen.“

Denn diese gebe es auch in Österreich, erklärt Dominique Mras, Trans-Sprecherin der sozialdemokratischen LGBTIQ-Organisation SoHo. Gerade seitens der FPÖ, aber auch von Teilen der ÖVP würden die trans*Community und vor allem trans*Jugendliche immer wieder zum Ziel eines rechten Kulturkampfes im Stil von Trump und AfD, so Mras.

Transfeindlichkeit ist ein gesamtgesellschaftliches Problem

Transfeindlichkeit sei ein gesamtgesellschaftliches Problem, ergänzt die Grüne Abgeordnete. Eine marginalisierte Gruppe dürfe nicht gegen eine andere ausgespielt werden. Die Gesellschaft solle dafür sorgen, „dass sich in Österreich alle Menschen sicher fühlen können, egal welches Geschlecht sie haben, welche Identität sie leben“, so Ernst-Dziedzic.

Die SoHo wiederholt in diesem Zusammenhang ihre Forderung nach einem Nationalen Aktionsplan gegen Hass und die Ausweitung des Diskriminierungsschutzes. „Wir wissen, dass Hassverbrechen und die Verbreitung von Verschwörungstheorien gegen Personen wegen ihrer Geschlechtsidentität ein rasant wachsendes Problem sind – und darauf muss auch die österreichische Politik endlich entschlossen reagieren“, so SoHo-Bundesvorsitzender Mario Lindner.

Der Grund, den „Transgender Day of Remberance“ am 20. November zu begehen ist der bis heute nicht aufgeklärte Mord an der afroamerikanischen trans Frau Rita Hester im Jahr 1998. In der Öffentlichkeit wurde über den Mord nicht groß berichtet – offenbar, weil das Opfer schwarz und trans war. Seit 1999 gibt es deshalb diesen Gedenktag, zunächst in den USA, im Laufe der Zeit auch in anderen Gegenden der Welt.

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