Montag, 27. Mai 2024
HomeNewsTransDeutsche Ärztekammer will Nutzung von Pubertätsblockern einschränken

Deutsche Ärztekammer will Nutzung von Pubertätsblockern einschränken

In Deutschland hat sich die Bundesärztekammer gegen einen weitgehenden Einsatz von Pubertätsblockern für trans Jugendliche ausgesprochen. Und das, obwohl sich die Fachverbände erst vor kurzem auf eine neue Behandlungsrichtline geeinigt hatten.

Meistgelesen

Neu auf GGG.at

Die deutsche Bundesärztekammer fordert die Bundesregierung auf, Pubertätsblocker, geschlechtsangleichende Hormontherapien und Operationen bei unter 18-Jährigen „nur im Rahmen kontrollierter wissenschaftlicher Studien“ sowie unter Hinzuziehen verschiedener Experten und Mediziner zu gestatten. Das geht aus einer Resolution hervor, die bei der Hauptversammlung der Kammer verabschiedet wurde.

Die Resolution soll eine neue Leitlinie für die Behandlung trans Jugendlicher in letzter Minute ausbremsen

Wie die Süddeutsche Zeitung (SZ)  schreibt, fordert die Resolution, die von sieben Mediziner:innen aus Mecklenburg-Vorpommern eingebracht wurde, auch eine neue Behandlungsleitlinie für trans Kinder und Jugendliche. Die Forderung überrascht: Denn erst im März hat sich die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) nach sieben Jahren auf eine neue Leitlinie geeinigt. Sie sollte in Kürze final verabschiedet werden.

In der AMWF sind 27 Fachgesellschaften und Betroffenenorganisationen vertreten. Zu den Fragen, mit denen sich das Gremium besonders intensiv auseinandergesetzt hatte, gehörte der Einsatz von Pubertätsblockern. Dort kam man zu einem anderen Schluss: Man müsse den Leidensdruck der betroffenen Kinder und Jugendlichen ernst nehmen und die Folgen des Eingriffs mit den Auswirkungen der Nicht-Behandlung abwägen – gemeinsam mit den Betroffenen.

- Werbung -

Interessensvertretung spricht von einem politisch motivierten und fachlich irreführenden Versuch

Dem entsprechend kritisiert die Deutsche Gesellschaft für Trans*und Inter*geschlechtlichkeit (DGTI) den Vorstoß der Bundesärztekammer. Die Forderungen der Resolution seien „der politisch motivierte und fachlich irreführende Versuch“, die von der AWMF erarbeiteten Richtlinie in letzter Minute zu boykottieren.

Die Resolution selbst bezeichnete die DGTI als „unnötige, der Politik rechtskonservativer Regierungen in den USA und Europa folgende trans*feindliche Forderungen“ an die deutsche Bundesregierung.