Sonntag, 26. Mai 2024
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Sexuelle Minderheiten in der EU immer öfter angegriffen und beschimpft

Sexuelle Minderheiten werden in der EU häufiger angegriffen und belästigt als noch vor fünf Jahren. Das geht aus einer aktuellen Studie der EU-Grundrechtsagentur (FRA) hervor. Dafür hat die Diskriminierung durch Behörden, Gesundheitseinrichtungen, Schulen und Firmen abgenommen.

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Zu einem bedenklichen Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der in Wien ansässigen EU-Grundrechtsagentur (FRA), für die mehr als 100.000 LGBTI-Personen aus der EU und einigen Kandidatenländern befragt wurden.

Deutlich mehr Belästigungen und Bedrohungen – auch in Österreich

Sie wurden unter anderem gefragt, ob sie in den letzten zwölf Monaten verbal belästigt oder bedroht wurden. Das war bei 54 Prozent der Befragten der Fall – deutlich mehr als 2019, als 37 Prozent die Frage bejahten. In Österreich ist dieser Wert mit 60 Prozent sogar über dem Durchschnitt.

Der Anteil der queeren Menschen, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung angegriffen wurden, stieg innerhalb der Union von elf auf 14 Prozent. Hier ist der Wert in Österreich im Durchschnitt.

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In Österreich fühlen sich queere Menschen im EU-Vergleich relativ sicher

Dafür scheinen sich queere Menschen in Österreich verhältnismäßig sicher zu fühlen: Nur 37 Prozent der Befragten trauen sich nicht, in der Öffentlichkeit Händchen zu halten, EU-weit liegt dieser Wert bei 53 Prozent. Und gewisse Orte meiden in Österreich 17 Prozent der Befragten, in der gesamten EU liegt dieser Wert bei 29 Prozent.

Besonderen Grund zur Besorgnis geben die Umfrageergebnisse zum Bildungswesen. Zwar wird sexuelle Vielfalt in Schulen mittlerweile häufiger thematisiert als noch vor einigen Jahren – doch das Mobbing von queeren Kindern und Jugendlichen hat deutlich zugenommen. Hier liegt Österreich im EU-Schnitt.

Für trans und untergeschlechtliche Menschen ist die Lage besonders trist

Besonders schlecht sind die Umfragewerte bei Menschen, die sich nicht mit jedem Geschlecht identifizieren, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde. Trans und intergeschlechtliche Menschen werden nicht nur häufiger mit Übergriffen konfrontiert, sondern auch mit psychischen Problemen und Obdachlosigkeit.

„Obwohl wir Anzeichen für Fortschritte erkennen, stellen Mobbing, Belästigung und Gewalt nach wie vor eine ständige Bedrohung dar“, ist Sirpa Rautio, die Direktorin der FRA, wenig optimistisch: „Wir müssen endlich entschlossen handeln und auf den Fortschritten aufbauen, die wir erzielt haben.“