Dienstag, 18. Juni 2024
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Liechtenstein öffnet die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare

In Liechtenstein hat der Landtag am Donnerstag die Öffnung der Ehe mit großer Mehrheit beschlossen. Damit können schwule und lesbische Paare im neuen Jahr in allen deutschsprachigen Ländern heiraten.

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Nach Deutschland, Belgien, Österreich und der Schweiz öffnet nun auch Liechtenstein als letztes deutschsprachiges Land die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Am gestrigen Donnerstag hat im Landtag in Vaduz die zweite und entscheidende Lesung des Gesetzes stattgefunden. Wie auch bei der ersten Lesung im März gab es eine überwältigende Mehrheit für die Öffnung der Ehe.

Überwältigende Mehrheit im Liechtensteiner Landtag

Die Gesetzesänderung war von drei der vier im Landtag vertretenen Parteien angestoßen worden. Dementsprechend hoch war die Zustimmung: 24 von 25 Abgeordneten stimmten für die Öffnung der Ehe, auf Redebeiträge zu dem Tagesordnungspunkt wurde verzichtet. Gegen die Ehe-Öffnung stimmte nur Herbert Elkuch von der rechtspopulistischen Partei „Demokraten pro Liechtenstein“ (DpL).

Eine Hürde könnte es allerdings noch geben: Das erzkonservative Fürstenhaus. In der Vergangenheit hatte Fürst Hans-Adam III. Lesben und Schwule wiederholt als Gefahr für Kinder bezeichnet und gedroht, gegen eine Ehe-Öffnung ein Veto einzulegen.

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Ob er oder sein Sohn Alois, der 2004 die Regierungsgeschäfte übernommen hat, das tun werden, ist noch unklar. Dieses Veto könnte durch eine Volksabstimmung gekippt werden – wogegen das Fürstenhaus aber auch ein Veto einlegen könnte. 

Ein Veto durch das Fürstenhaus wird nicht erwartet

Allerdings geht man in Liechtenstein davon aus, dass das Fürstenhaus die Entscheidung des Landtags durchwinkt. Schließlich hat sich praktisch die gesamte Regierung für die Öffnung der Ehe eingesetzt.

Sollte alles nach Plan gehen, können schwule und lesbische Paare in Liechtenstein ab 1. Jänner 2025 heiraten. Die 2011 eingeführten Eingetragenen Partnerschaften können ab diesem Tag in dem knapp 40.000 Einwohner:innen zählenden Fürstentum nicht mehr begründet werden, bestehende werden aber weitergeführt. Außerdem haben Paare, die bereits in einer Eingetragenen Partnerschaft leben, die Möglichkeit, diese in eine Ehe umzuwandeln.