Islands Premierministerin heiratet Partnerin

Seit Sonntag können in Island Lesben und Schwule heiraten. Schon wenige Stunden danach hat das Land sein erstes prominentes gleichgeschlechtliches Ehepaar: Premierministerin Jóhanna Sigurðardóttir und ihre langjährige Lebensgefährtin, die Dramatikerin Jónina Leósdóttir.

Die beiden hatten seit 2002 eine Eingetragene Partnerschaft, diese haben sie in eine Ehe umgewandelt. Eine besondere Zeremonie gab es dazu aber nicht, berichtet der Radiosender RUV.

Sigurðardóttir ist seit Februar 2009 die Ministerpräsidentin der kleinen Atlantikinsel und damit das erste offen homosexuelle Regierungsoberhaupt.

In einem einstimmigen Beschluss hatte das isländische Parlament am 12. Juni die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet: Die Formulierung „Mann und Frau“ wurde durch „zwei Personen“ ersetzt. Das Gesetz dazu trat am Sonntag in Kraft. Auch die evangelische Kirche Islands hat erklärt, sich an die neue Regelung halten zu wollen.

land ist damit das siebente europäische und weltweit das neunte Land, das die Ehe für Lesben und Schwule geöffnet hat. In Europa können gleichgeschlechtliche Paare derzeit in Island, Norwegen, Schweden, den Niederlanden, Belgien, Spanien und Portugal heiraten. Außerdem haben Kanada und Südafrika sowie einige US-Bundesstaaten und Mexiko-Stadt die Ehe geöffnet.