Gedenken für schwule Opfer des KZ Buchenwald

In der KZ-Gedenkstätte Buchenwald wurde gestern an die Verfolgung von Homosexuellen in der Zeit des Nationalsozialismus erinnert. Organisiert wurde die Gedenkstunde von der Weimarer Aids-Hilfe. Auch Überlebende des Konzentationslagers nahmen an der Veranstaltung teil.

Der Weimarer Oberbürgermeister Stefan Wolf erinnerte in seiner Rede an die Verantwortung, die die heutige Generation gegenüber den Überlebenden der Konzentrationslager haben: „Ihre Anwesenheit fordert uns eindringlich dazu auf, jeden Tag mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln an der Zukunft zu arbeiten, an einer Zukunft ohne Diskriminierung, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit“.

Ehrengast der Gendenkstunde war der 97-jährige Rudolf Brazda. Er war wegen seiner Homosexualität drei Jahre lang in Buchenwald inhaftiert und ist der letzte Überlebende, der an seiner Häftlingskleidung den rosa Winkel getragen hat, der ihn als schwul kennzeichnete. In seiner Ansprache sagte Brazda, der heute in Frankreich lebt, er habe Glück gehabt, rechtzeitig befreit worden zu sein.

So lange er lebe, werde er versuchen, den nachfolgenden Generationen die Geschichte der NS-Opfer mit auf den Weg zu geben, erklärte Brazda in seiner Rede weiter. Am Abend berichtete er deshalb in einer Gesprächsrunde auch ausführlicher über seine Erlebnisse.

In Buchenwald waren etwa 650 schwule Häftlinge, insgesamt haben die Nationalsozialisten mehr als 10.000 Männer in Konzentrationslager gebracht und dort teilweise zu medizinischen Experimenten missbraucht.