Mittwoch, 29. Mai 2024
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Gezielte Razzia gegen Berliner Schwulenkneipen?

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Unruhe gibt es in der Berliner Schwulenszene nach einer Polizeirazzia im Schwulenviertel rund um die Motzstraße im Stadtteil Schöneberg.

Wie das lesbischwule Stadtmagazin „Siegessäule“ in seiner Online-Ausgabe berichtet, haben acht Polizisten, darunter auch eine Frau, sowie ein Beamter des Ordnungsamtes, das Rauchverbot in bekannten Fetisch- und Cruising-Lokalen kontrolliert – bis in die Darkrooms, in die mit einer Taschenlampe geleuchtet wurde. Betroffen waren unter anderem das „Mutschmann’s“, „Woof“, „Tom’s Bar“ und die „Scheune“. Die Personalien der Raucher wurden dabei aufgenommen, einige der Gastronomen wurden angezeigt. Wie das Magazin „Blu“ in seiner Online-Ausgabe berichtet, wurde dabei ein Raucher, der seine Personalien nicht sagen wollte, von den Beamten fast mitgenommen.

Das zuständige Ordnungsamt rechtfertigte die Aktion gegenüber der „Siegessäule“ mit Beschwerden von Anrainern, denen nachgegangen wurde. Die Unterstützung von Polizeibeamten bei der Suche nach illegalen Rauchern sei „üblich“. Außerdem seien auch heterosexuelle Lokale kontrolliert worden.

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Die Wirte selbst können sich aber an eine vergleichbare Aktion nicht erinnern. Gegenüber der „Siegessäule“ sagte Sylvio Jaskulke, Wirt der „Scheune“, er habe in den letzten zehn Jahren, seit er in der Bar tätig ist, „noch nie eine vergleichbare Aktion“ gesehen: Ich fand diese Aktion überzogen. Wir werden das nicht auf uns sitzen lassen.“ Auch Abgeordete der Linken und der Grünen üben scharfe Kritik an der Polizei-Aktion.

Wer sich über die rauchenden Gäste beschwert hat, steht noch nicht fest. Der zuständige Stadtrat im Bezirk Schöneberg war nicht erreichbar. Allerdings gab es auch beim Folsom-Straßenfest Anfang September genaue Kontrollen des Ordnungsamtes gegen Standbetreiber. Die Berliner Szene fürchtet nun, dass mächtige Investoren die von ihnen ungeliebte Schwulenszene mit solchen Beschwerden aus dem Schöneberger Kiez ekeln wollen, um die Grundstückspreise in dem zentral gelegenen Gebiet hinauftreiben zu können.

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