Weißrussischer Schwulenaktivist verhaftet

In Weißrussland wurde ein lesbischwuler Aktivist am gestrigen Coming-Out-Day verhaftet, weil er zu lange mit einem Polizisten diskutiert hatte. Das berichtet das deutsche Infoportal queer.de.

Sergej Praded, einer der Mitbegründer der Website gaybelarus.by, demonstrierte mit gut einem Dutzend Mitstreitern im Zentrum der weißrussischen Hauptstadt Minsk. Dabei trugen die T-Shirts mit der Aufschrift „Ich bin schwul“ oder „Ich bin lesbisch“ und präsentierten auch dem entsprechende Plakate und Transparente.

Einem Polizist hat die unangekündigte Demonstration offenbar nicht gefallen: Wie der weißrussische Aktivist Sergej Yenin berichtet, diskutierte er zehn Minuten mit einem Polizisten, der ihn daraufhin verhaftete. Sein derzeitiger Aufenthaltsort und der Grund der Verhaftung sind noch unbekannt.

Homosexualität ist in Weißrussland zwar seit 1994 legal, aber noch immer ein Tabu-Thema. Der absolutistisch regierende Präsident Alexander Lukaschenko macht auch immer wieder Stimmung gegen Lesben und Schwule. Lesbischwule Demonstrationen wurden verboten. Wenn sich die Teilnehmer doch trafen, wurde die Veranstaltung nach wenigen Metern von Polizeieinheiten gestoppt.

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