Hass-Sänger zu zehn Jahren Haft verurteilt

Im US-Bundesstaat Florida ist der Hass-Sänger Bujo Banton zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Banton, der bürgerlich Mark Anthony Myrie heißt, wurde bereits im Februar schuldig gesprochen, mehr als fünf Kilogram Kokain besessen zu haben. Nun wurde auch das Strafmaß verkündet. Banton wird gegen das Urteil berufen.

Offenbar wollte der 37-jährige im großen Stil Drogen verkaufen. Allerdings hat er dabei versucht, einem Beamten der Anti-Drogen-Behörde DEA Kokain im Wert von 125.000 Euro zu verkaufen. Dass einige seiner Freunde bei der Festnahme auch Waffen bei sich hatten, war mildernden Umständen nicht gerade förderlich.

Unter schwullesbischen Aktivisten ist Banton vor allem wegen seiner Hass-Texte bekannt. So heißt es unter anderem im 1998 erschienenen Song „Boom Bye Bye“, dass Schwule durch einen Kopfschuss, Säure- oder Brandanschläge getötet werden sollten. Und diese Texte waren weder jugendliche Ausrutscher noch missverstandene Metaphern. Erst im Jahr 2009 bekräftigte er, es gebe „kein Ende im Krieg zwischen mir und Schwuchteln“. Wegen seiner „Kultur und Erziehung“ werde er in tausend Jahren noch Homosexuelle verurteilen, so Banton in einem Interview. Dem entsprechend sang er die Texte immer wieder – auch in seiner Heimat Jamaika.

Trotzdem wurde Banton erst dieses Jahr mit dem Grammy als bester Reggae-Künstler ausgezeichnet. Dem entsprechend erklärte der Sänger nach seiner Verurteilung trotzig, er wolle seine Karriere weiterführen. „Die Tage, die vor mir liegen, sind voller Hoffnungslosigkeit, aber ich habe den Mut, sie durchzustehen“, gibt er den Märtyrer. Sein Anwalt rechnet, dass Banton in sechs Jahren wieder frei ist – wegen guter Führung.