Freitag, 14. Juni 2024
HomeAllgemeinIran: Drei Hinrichtungen wegen Homosexualität

Iran: Drei Hinrichtungen wegen Homosexualität

Meistgelesen

Neu auf GGG.at

Im Iran sollen drei Männer wegen homosexueller Handlungen hingerichtet worden sein. Das berichtet die staatliche Nachrichtenagentur ISNA. Eine unabhängige Bestätigung der Hinrichtung gibt es noch nicht.

Die Männer, die in der Agenturmeldung als „M.T.“, „T.T.“ und „M.Ch.“ bezeichnet werden, wurden vom Revolutionsgericht in Ahvaz im Südwesten des Landes wegen „Lavat“, also gleichgeschlechtlichen Handlungen, Entführung und Raub verurteilt, so die staatliche Presseagentur. In der Nacht von Sonntag auf Montag sollen sie hingerichtet worden sein.

Bis jetzt konnte der Agenturbericht noch nicht verifiziert werden. Der Iran nutzt Hinrichtungen schwuler Männer gerne für Propaganda: Entweder wird den Tätern gleichgeschlechtliche Unzucht vorgeworfen, um ein hartes Urteil zu rechtfertigen, oder schwule Männer werden fälschlich als Kinderschänder und Vergewaltiger angeklagt, um die internationalen Proteste klein zu halten.

- Werbung -

Das wundert auch Mahmood Amiry-Moghaddam, Sprecher der Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHR). Er bezeichnet die Hinrichtung in einer ersten Stellungnahme als „einen der seltenen Fälle, in denen die iranischen Behörden zugeben, Männer hingerichtet zu haben, die wegen homosexuellen Handlungen verurteilt wurden“. Er fügt hinzu: „Normalerweise stellen die iranischen Behörden solche Fälle als Vergewaltigung dar, aber das wurde in diesem Fall nicht erwähnt“.

Gemeinsam mit den drei Männern, die wegen gleichgeschlechtlichen Handlungen hingerichtet wurden, starben auch ein Drogendealer und zwei Männer, die wegen Vergewaltigung und Raub verurteilt wurden.

Die Zahl der vollstreckten Todesstrafen im Iran könnte sich in den nächsten Wochen erhöhen, warnt Amiry-Moghaddam. Die Pause während des „heiligen Monat“ Ramadan sei vorbei: „Wir haben Berichte über viele geplante Hinrichtungen im Iran in den folgenden Tagen und Wochen.“ Viele davon würden öffentlich stattfinden, so der Menschenrechts-Sprecher.