Mehr HIV-Neuinfektionen in Europa

Auch, wenn die Zahl der HIV-Neuinfektionen weltweit sinkt: In Europa geht der Trend allerdings in die Gegenrichtung.

Wie das Europäische Zentrum für Krankheitskontrolle (ECDC) und die WHO melden, wurden in der EU, der Schweiz, Liechtenstein, Norwegen und Island im vergangenen Jahr 27.116 Neuinfektionen registriert, um vier Prozent mehr als 2009. Das ECDC betont, wie notwendig eine möglichst frühe Diagnosen ist, um rasch mit der Behandlung zu beginnen und damit Ausbruch und Weiterverbreitung der Krankheit zu verhindern und die Lebenserwartung zu erhöhen.

Aktuelle Daten aus Österreich und Liechtenstein seien für diese Studie nicht verfügbar gewesen. Bei uns gegen Schätzungen davon aus, dass zwischen 7.000 und 15.000 HIV-Positive in Österreich leben. Jedes Jahr kommen etwa 500 neu festgestellte Infektionen dazu.

Allerdings hat das Gesundheitsministerium nun die offizielle Statistik um mehr als 800 Erkrankungen und 400 Todesfälle nach oben korrigiert. So sind den neuesten Zahlen zufolge 3.659 Menschen in Österreich an Aids erkrankt, 1.945 sind an der Immunschwäche gestorben.

Der Grund dafür: „Nachdem die neun österreichischen Aids-Behandlungszentren ihre Register elektronisch führen, haben wir diese Daten ‚abgegriffen‘ und mit unseren verglichen. Da sind wir draufgekommen, dass im Laufe der letzten Jahre Fälle nicht gemeldet wurden. Wir haben das abgeglichen. Wir sind immer von einem ‚Underreporting‘ von 20 Prozent ausgegangen“, so Jean-Paul Klein, für die Epidemiologie-Registrierung verantwortlicher Experte vom österreichischen Gesundheitsministerium.