Rechtsradikale greifen Stuttgarter Gay-Bar an

In Stuttgart haben drei Rechtsradikale in einem Schwulenlokal randaliert sowie den Wirt und zwei Gäste attackiert. Haftbefehl wurde nur gegen einen der bereits amtsbekannten Männer erlassen.

Der Vorfall ereignete sich bereits letzten Mittwoch am Nachmittag. Zunächst wollten die 20, 23 und 26 Jahre alten Männer im „Goldenen Heinrich“, dem ältesten noch existierenden Schwulenlokal Deutschlands, etwas trinken. Beim Verlassen des Lokals beschimpften sie zunächst einen Gast. Als der Wirt und ein weiterer Gast einschreiten wollten, wurde das Trio handgreiflich: Es schlug und trat die Männer und versprühte Tränengas. Eines der Opfer musste deshalb ambulant im Krankenhaus behandelt werden, ein 64-jähriger Gast erlitt Gesichtsverletzungen, so die Polizei.

Die betrunkenen Täter konnten zunächst flüchten, wurde von den Polizisten aber wenig später in der Nähe verhaftet. Gegen den 23-Jährigen wurde Haftbefehl erlassen, der 20- und der 26-Jährige wurden auf freiem Fuß angezeigt.

Dass die Meldung erst heute erscheint, liegt daran, dass in der Pressemitteilung der Stuttgarter Polizei verschwiegen wird, dass der Tatort eine Schwulenbar ist. Das kritisiert die Landesarbeitsgemeinschaft „Lesben, Schwule und Transgender“ der Grünen Baden-Württembergs. Gewalt durch Rechte in jeder Form sei verabscheuungswürdig, dennoch müsse „Gewalt gegen jedwede Minderheit auch benannt werden“, so Maike Pfuderer und Till Seiler, die Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft. Denn „nur eine sensible Bevölkerung schaut hin und reagiert“, so die beiden Sprecher.