Silvio Berlusconi mag eigentlich Schwule…

Das Aufatmen in der schwulen Szene Italiens wird sich in Grenzen halten: Gegenüber einem amerikanischen Politmagazin hat der ehemalige italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi behauptet, kein Problem mit Schwulen zu haben. Und fügte hinzu: „Ganz im Gegenteil: Je mehr Schwule um mich herum sind, desto weniger Konkurrenz habe ich.“

Nachdem der 75-Jährige allerdings die betretenen Blicke seiner Berater bemerkte, fügte er hinzu: „War alles nur Spaß“. Zuvor sagte er über die ihm nachgesagten Affären: „Als einziges wurde mir in dem Publicity-Rummel über meine Beziehungen mit Frauen nie vorgeworfen, schwul zu sein“.

Es ist nicht das erste Mal, dass Berlusconi mit solchen Kommentaren ins Fettnäpfchen tritt. Als seine „Beziehungen mit Frauen“ – bei der italienischen Justiz unter anderem als „Sex mit minderjährigen Prostituierten ohne Aufenthaltsgenehmigung“ bekannt – im Jahr 2010 in die Schlagzeilen kamen, erklärte der damalige Regierungschef: „Es ist besser, Leidenschaft für schöne Mädchen zu haben, als schwul zu sein“. Die größte italienische Lesben- und Schwulenvereinigung Arcigay kritisierte daraufhin Berlusconis „vulgären Machismo“, mit dem er nicht nur Schwule beleidige, sondern auch Frauen.

Doch neben unbedachten Äußerungen zeichte sich Berlusconis Lesben- und Schwulenpolitik auch durch aktive Diskriminierung aus. Ein Gesetzesentwurf von Vorgänger Romano Prodi über die Einführung Eingetragener Partnerschaften verschwand in der Schublade, und letztes Jahr machte er auf einer katholischen Veranstaltung klar: „Homosexuelle werden nie eine mit Heterosexuellen vergleichbare Ehe eingehen können, weil es nur eine Art der Familie gibt“, verteidigte der notorische Schürzenjäger damals traditionell katholische Werte.