Auch katholische Bischöfe in Uganda für ‚Kill The Gays‘-Gesetz

In Uganda haben sich nun die römisch-katholischen Bischöfe für eine Wiederaufnahme jenes Gesetzes gefordert, das Homosexualität unter bestimmten Umständen mit dem Tod bestrafen soll – nachdem sie zuvor als einzige Religionsgemeinschaft gegen das Gesetz waren.

Nach internationalem Druck war der Gesetzesentwurf im letzten Jahr in den Schubladen des Parlaments in der Hauptstadt Kampala verschwunden. Der Wunsch konservativer Gruppen, den Entwurf wieder ins Plenum zu bringen, hatten wenig Erfolg.

Doch nun sollen sich Anglikaner, Katholiken und Orthodoxe bei einer jährlichen Konferenz der christlichen Gemeinschaften Ugandas gemeinsam dafür ausgesprochen haben, das Gesetz wieder aufs Tapet zu bringen. Es sei notwendig um „eine Attacke auf die Bibel und die Institution der Ehe“ zu verhindern, so die geistlichen Führer Ugandas.

Die Erklärung wurde von einem anglikanischen Bischof vorangetrieben. Innerhalb der Anglikaner gibt es einen ernsten Richtungsstreit zwischen liberalen Kräften aus Europa und den USA und konservativen Kreisen, vor allem aus Afrika. Eines der Streitthemen ist der Umgang mit Homosexualität.

Dass auch katholische Bischöfe für das „Anti-Homo-Gesetz“ sind, überrascht: Wie Dokumente von Wikileaks enthüllen, hatte sich der Vatikan zuvor gegen das Gesetz stark gemacht und hat sogar Lobbying dagegen betrieben. Nun soll die römisch-katholische Kirche von Uganda den Gesetzesentwurf sogar „sehr ernsthaft“ unterstützen.

Beobachter vermuten hinter dem Gesetz unter anderem Janet Museveni, Frau des derzeit amtierenden Präsidenten Yowari Museveni. Sie hat starke Kontakte zu erzkonservativen Evangelikalen in den USA und könnte im Jahr 2016 das Präsidentenamt von ihrem Ehemann übernehmen.