Homosexuelle Touristen in slowenischem Ort ’nicht willkommen‘

Kräftig ins Fettnäpfchen gesetzt hat sich der slowenische Ferienort Bovec: Dort seien Homosexuelle unerwünscht, heißt es im offiziellen Tourismuskatalog. Dieser ist mittlerweile von der Homepage des Tourismusverbandes verschwunden. Man habe das Piktogramm verwechselt, so die Verantwortlichen.

Slowenien wirbt gern damit, dass sie das einzige Land sind, in dessen englischem Namen das Wort „Love“, also Liebe, steckt. So ganz liebevoll dürften aber nicht alle Einwohner des Landes an der österreichischen Südgrenze sein.

In Bovec, auf deutsch Flitsch, einem kleinen Ort an der italienischen Grenze, seinen „Homosexuelle unerwünscht“, ist im aktuellen Ferienkatalog zu lesen. Daneben bestätigt ein Piktogramm, dass Lesben und Schwule sich besser ein anderes Urlaubsziel suchen mögen, stattdessen habe man ein Herz für Biker und Haustiere.

Im Internet sorgte das Foto mit dem Piktogramm für Aufregung: Auf Facebook wurde es hunderte Male geteilt, sogar der slowenische Tourismusverband wurde mit wutentbrannten Anfragen überhäuft. Der slowenische Verbraucherverband drohte sogar mit einer Klage.

Von der Internetseite das 3.100-Einwohner-Ortes verschwand der Katalog. Denn eigentlich sei alles ein Missverständnis gewesen, beteuern die Tourismus-Verantwortlichen. In Wirklichkeit wollte man sogar zeigen, dass man ein lesben- und schwulenfreundlicher Ort sei. Durch einen Druckfehler wurde das falsche Piktogramm verwendet, erklärte Tourismus-Direktorin Cecilija Ostan dem slowenischen Fernsehen. Ursprünglich hätte ein grünes Piktogramm verwendet werden sollen, das Lesben und Schwule willkommen heißt, so Ostan weiter.

Für diese Erklärung spricht, dass ein internationales Hotelportal in Bovec drei gay-friendly Hotels auflistet. Und mit Preisen von 20 bis 35 Euro pro Nacht wäre es vielleicht einen Versuch wert, zu testen, wie homofreundlich die Bewohner von Bovec wirklich sind.

Lesben und Schwule zu unerwünschten Personen in einer Unterkunft zu erklären, ist in Slowenien übrigens auch rechtlich nicht möglich: Das Anti-Diskriminierungsgesetz stellt ein solches Verhalten unter Strafe.

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