Keine Zwischenfälle bei Budapest Pride

Gute Nachrichten kommen dieses Wochenende aus Budapest: Zum ersten Mal seit einigen Jahren konnte am Samstag die Budapest Pride, die Lesben- und Schwulenparade in der ungarischen Hauptstadt, ohne Störaktionen Rechtsextremer stattfinden.

Nach den EuroGames, die vor zwei Wochen stattgefunden haben, ist die Budapest Pride damit schon die zweite schwul-lesbische Veranstaltung innerhalb kurzer Zeit, die ohne Probleme stattfinden konnte.

Ein kleines Grüppchen von etwa 100 Rechtsextremen protestierte zwar am Rand der Parade, massive Polizeipräsenz hinderte sie allerdings daran, die etwa 3.000 Teilnehmer anzugreifen oder die Parade zu stören.

Unter den Teilnehmern waren unter anderem Politiker der ungarischen Linken sowie Diplomaten und Europa-Abgeordnete. Unter ihnen war auch Ulrike Lunacek von den österreichischen Grünen, die auch Co-Präsidentin der LGBT-Intergroup im Europäischen Parlament ist. Ihr Eindruck von der Budapest Pride: „Es war ein fröhlicher Zug von rund 3.000 Menschen, gut geschützt von der Polizei vor ein paar hundert Radikalen. Aus den Fenstern winkten uns Leute zu – und am Schluss waren wir uns alle einig: Es wird auch in Budapest wieder besser werden!“, schrieb sie auf Facebook.

In den letzten Jahren wurden die Teilnehmer der Budapest Pride immer wieder mit Tomaten, Eiern oder Bierflaschen beworfen. Um dies zu verhindern, wurde die Pester Innenstadt, durch die die Route ging, dieses Jahr großräumig abgesperrt.

Doch Gefahr für die Budapest Pride kommt auch von der rechtskonservativen Regierungspartei FIDESZ, die auch den Bürgermeister der Hauptstadt stellt: So wurde in den letzten beiden Jahren die Parade aus Sicherheitsgründen jeweils zunächst verboten, das Verbot aber durch ein Gericht aufgehoben.

Die Budapest Pride ist der Höhepunkt einer schwul-lesbischen Kultur- und Filmwoche in der ungarischen Hauptstadt.

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