Homosexualität in Carabinieri-Lehrbuch wie Sex mit Toten oder Tieren

Für Empörung sorgt ein Lehrbuch für italienische Carabinieri: Homosexualität wird dort mit Inzest und Sex mit Toten oder Tieren gleichgestellt. Die Verantwortlichen reagierten schnell und gründlich.

Gestern, Donnerstag, berichtete die Tageszeitung „Corriere della Sera“ über eine Passage, die im derzeit gültigen Lehrbuch für die italienischen Carabinieri zu finden ist. „Zu den wesentlichen Formen von sexuell abweichendem Verhalten gehören Homosexualität, Exhibitionismus, Fetischismus, Sadismus, Masochismus, Inzest, Nekrophilie und Sodomie“, heißt es in dem Buch, das unter anderem auch im norditalienischen Padua zum Einsatz kam.

Der Aufschrei bei unserem südlichen Nachbar war groß. Der italienische Lesben- und Schwulenverband Arcigay entrüstete sich über diese „unglaubliche Geschichte“. Die offen lesbische Abgeordnete Paola Concia bezeichnete die Passage als „beschämend“.

Doch die Carabinieri reagierten schnell. Noch am gleichen Tag entschuldigte sich Kommandant Leonardo Gallitelli für den „unglücklichen Fehler“. Er versprach eine schnelle Überarbeitung des Buches.

Gallitelli erklärte, bei der kritisierten Version des Lehrbuchs sei auf eine „veraltete Formulierung“ zurückgegriffen worden, die auf früheren Formularen der Carabinieri basierte.

Arcigay begrüßte die Aussagen Gallitellis und lobte die Carabinieri für das schnelle Handeln.