Russische Botschaft warnt vor Homo-Gastfamilien in England

Was kann für russische Kinder, die in England auf Sprachferien sind, so schlimm sein, dass die Botschaft ihre Eltern offiziell davor warnen muss? Genau – die Unterbringung bei einem homosexuellen Paar.

Wie es auf der russischen Version der Botschafts-Website heißt, würden die Kinder unter anderem „in Familien von Homosexuellen platziert.“ Die Warnung der russischen Botschaft ist auch deshalb brisant, weil in Russland Homosexualität oft mit Pädophilie gleichgesetzt wird.

Für den russischen Lesben- und Schwulenaktivisten Nikolai Baew ist diese Nachricht deshalb auch „offizielle russische Homophobie bei der Arbeit“.

Weiters gebe es Beschwerden von Eltern, weil die Kinder auch in ungeeigneten Wohnungen untergebracht werden oder kein Essen erhalten würden. Die russische Botschaft würde selbstverständlich bei allen Problemen helfen und für eine neue Unterkunft sorgen. Die Eltern sollten allerdings schon im Vorfeld die beteiligten Organisationen genau prüfen, so die diplomatische Vertretung weiter.

Bei den britischen Sprachschulen ist man über die Warnung der Botschaft irritiert. Diana Lowe, Direktorin der zuständigen Zulassungsstelle für Sprachschulen (ABLS), sagt: „Wir bekommen extrem wenig Beschwerden. Es ist schön, wenn die russische Botschaft Eltern warnt, aber ich würde ihnen dringend empfehlen, diese Beschwerden mit den betroffenen Schulen und der Zulassungsstelle zu regeln, wenn sie das noch nicht gemacht haben“, sagte sie dem „Daily Telegraph“. Sie betonte auch: „Ein schwules oder lesbisches Paar per se ist kein Problem, und einige von ihnen sind unsere freundlichsten Gastfamilien“.