Hillary Clinton hat Vision von ‚Aids-freier Generation‘

Voller Hoffnung ist US-Außenministerin Hillary Clinton, wenn es darum geht, den Kampf gegen Aids zu gewinnen. „Die USA haben sich dem Ziel einer Aids-freien Generation verschrieben und sie werden es bleiben. Wir werden nicht nachlassen“, sagte sie gestern bei ihrer Rede vor der 19. Welt-Aids-Konferenz in der US-Hauptstadt Washington. „Stellen Sie sich den Tag vor, an dem wir nicht mehr von dieser schrecklichen Epidemie und den Kosten und dem Leid, die sie hervorruft, geplagt werden“, so Clinton.

„Wir werden für die notwendigen Ressourcen kämpfen, um diesen historischen Meilenstein zu erreichen“, ist sich die US-Außenministerin sicher. Sie kündigte an, die USA würden 150 Millionen Dollar in die weltweite Forschung, Behandlung und Prävention investieren. „Das ist ein Kampf, den wir gewinnen können. Wir sind schon so weit gekommen“, so die US-Außenministerin.

Die US-Regierung stellt unter anderem 40 Millionen Dollar für ein Programm in Südafrika zur Verfügung, das die freiwillige Beschneidung von Männern fördern soll. Das kann das Infektionsrisiko wissenschaftlichen Studien zufolge deutlich senken. Weitere 80 Millionen Dollar sollen in ein Programm für schwangere Frauen fließen, die mit dem HI-Virus infiziert sind.

Mit einer Videobotschaft forderte der französische Präsident François Hollande die internationale Gemeinschaft auf, stärker zusammenzuhalten. „Die Solidarität zwischen den Ländern steht auf dem Spiel. Wir brauchen das Engagement der reichsten Länder zur Unterstützung der ärmsten“, so Hollande.

Microsoft-Gründer Bill Gates dämpfte hingegen den Optimismus. Er machte klar: „Wir brauchen viel mehr Instrumente im Kampf gegen Aids. Nur damit – und letzten Endes mit einem Impfstoff – können wir über ein Ende der Epidemie sprechen. Niemand sollte denken, dass wir diese Instrumente jetzt schon haben, aber wir werden dahin kommen.“ Auch „Ärzte ohne Grenzen“ kritisierte, dass die USA trotz ihrer Ankündigungen die Produktion und Verteilung generischer HIV-Medikamente immer noch nicht genug unterstützten.

Das größte Treffen von Aids-Experten und -Aktivisten findet heuer zum ersten Mal seit mehr als 20 Jahren wieder in den USA statt. Möglich wurde dies unter anderem auch, weil US-Präsident Barack Obama das Einreiseverbot für HIV-Positive in die USA aufgehoben hat. Noch bis Freitag diskutieren rund 25.000 Teilnehmer über neue Fortschritte im Kampf gegen Aids.