Sonntag, 16. Juni 2024
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Sally Ride – die erste US-Bürgerin im All war lesbisch

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Die erste Amerikanerin im Weltraum ist tot. Sally Ride ist im Alter von 61 Jahren an den Folgen einer Bauchspeicheldrüsenkrebs-Erkrankung gestorben. Sie kämpfte siebzehn Monate gegen die Krankheit. Erst nach ihrem Tod wurde bekannt, dass sie seit 27 Jahren in einer lesbischen Beziehung lebte.

Im Jahr 1982 heiratete Ride den Astronauten Steve Hawley. Die Ehe wurde fünf Jahre später geschieden. Zu dieser Zeit war sie aber offenbar schon mit Tam O’Shaughnessy zusammen, die sie seit ihrer Kindheit in Kalifornien gekannt hat.

Die Beziehung wurde erst durch den Nachruf öffentlich. „Ich hoffe, schwule und lesbische Kinder können leichter aufwachsen, wenn sie wissen, dass ein weiterer ihrer Helden so wie sie war“, erklärt Sally Rides ebenfalls lesbische Schwester Bear das Outing im Nachruf.

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Das Paar schrieb zusammen einige Kinderbücher, die auch die Kleinsten dazu animieren sollten, sich für Wissenschaft zu interessieren. O’Shaughnessy ist auch im Vorstand von „Sally Ride Science“, einer 2001 gegründeten Firma, die wissenschaftliche Unterrichtsmaterialien für Schulen herstellt.

Bear Ride erklärt, dass ihre Schwester „nie ihre Beziehung zu Tam verheimlichte. Sie waren Partner, Geschäftspartner bei Sally Ride Science, sie haben zusammen Bücher geschrieben… Sallys engste Freunde wussten es natürlich.“ Öffentlich wurde das Outing durch den offiziellen Nachruf ihrer Firma, der O’Shaughnessy als trauernde Hinterbliebene anführte.

Erste US-Bürgerin im All

Im Juni 1983 war Ride an Bord der „Challenger“ als erste Frau der USA ins Weltall geflogen. Zuvor hatte allerdings schon die Sowjetunion mit Walentina Tereschkowa und Swetlana Sawizkaja zwei Frauen ins All geschickt. Weiters war sie der jüngste US-Staatsbürger, der ins All geflogen wurde und einer von wenigen Menschen, die zwei Mal ins All geschickt wurden.

„Was ich von diesem Flug am meisten in Erinnerung habe, ist, dass es Spaß gemacht hat“, so Ride auf der Webseite ihres Unternehmens. „Ich glaube, das war wirklich der größte Spaß, den ich in meinem Leben je hatte.“ 1987 zog sich die Astrophysikerin aus der Arbeit für die US-Raumfahrtbehörde NASA zurück und arbeitete unter anderem als Professorin an der Universität von San Diego.

US-Präsident Barack Obama sagte in einer Stellungnahme, er sei „tieftraurig“ über den Tod von Sally Ride: „Als erste amerikanische Frau, die ins Weltall gereist ist, war Sally eine Nationalheldin und ein kraftvolles Vorbild.“