Geschlagen, geknebelt, verstümmelt: Aktivist in Tansania ermordet

In Tansania wurden nun erschütternde Details rund um den Tod des Schwulenaktivisten Maurice Mjomba bekannt. Mjombas Leiche wurde am Montag in der Hauptstadt Dar es Salaam gefunden.

Augenzeugenberichten zufolge hatte die Verwesung am Körper von Mjomba bereits eingesetzt. Seine Hände wurden eng hinter seinem Körper zusammengebunden. Die Verletzungen weisen darauf hin, dass er vor seinem Tod noch sehr heftig geschlagen wurde.

„Als uns erlaubt wurde, ihn zu sehen, war es schlimm. Er saß auf einer Couch in seinem Haus. Mund und Nase waren geknebelt“, wird der Augenzeuge zitiert: „Es hatte den Anschein, dass seine Geschlechtsorgane verletzt waren, weil da eine Menge Blut herausgekommen ist.“

Es gibt keine Berichte, ob aus dem Haus von Mjomba auch etwas gestohlen wurde. Zuletzt wurde er am Freitag gesehen, am Samstag war er für Freunde nicht mehr erreichbar. Am Montag schlug sein Arbeitgeber Alarm, die Leiche wurde gefunden.

Die Presse in Tansania hat über den Mord nicht berichtet.

Mjomba arbeitete in der HIV/Aids-Prävention für schwule Männer und war Menschenrechtsanwalt im Center for Human Rights Promotion (CHRP).

Homosexualität ist in Tansania verboten und geächtet. 95 Prozent der Bevölkerung glauben, die Gesellschaft sollte Homosexualität nicht akzeptieren. Sex zwischen Männern kann mit einer lebenslangen Haftstrafe geahndet werden.