[Galerie] Uganda feiert erste Lesben- und Schwulenparade

Es gibt Orte, an denen man keine Lesben- und Schwulenparade vermuten würde – und sie findet trotzdem statt: Am Wochenende haben Lesben und Schwule in Uganda die erste „Uganda Beach Pride“ gefeiert.

Rund 100 Aktivisten trafen sich in Entebbe am Viktoria-See, um zu feiern: Das Fest begann mit einer Party, ging weiter mit einem Umzug am Strand, weiteren Parties und einem kleinen Filmfestival.

Unter den Teilnehmern war auch der jamaikanische Lesben- und Schwulenaktivist Maurice Tomlinson. Dem britischen Portal „Gay Star News“ beschreibt er die Atmosphäre: „Viele Eltern brachten sogar ihre Kinder mit, um die Musik zu hören und den wenigen Reden zuzuhören und die freudige Atmosphäre zu teilen. Die Organisatoren haben Essen und Getränke gerne mit den Passanten geteilt.“

Kurze Unterbrechung durch Polizeieinsatz

Am Samstag nahm die Polizei einige der Aktivisten fest, weil es das Gerücht gab, dass auf dem Fest eine „schwule Hochzeit“ gefeiert wurde. Die Männer und Frauen wurden einige Zeit später ohne Erklärung und Anklage wieder freigelassen, das Fest konnte weitergehen.

„Vor zwei Jahren hätten wir das noch nicht tun können, und diejenigen, die damals hier waren, können es fast nicht glauben, dass die Lage jetzt sicherer und besser ist“, erklärte eine Trans-Frau namens Cleo der Journalistin Alexis Okeowo, die für das renommierte US-Magazin „New Yorker“ über die Veranstaltung berichtet hat.

Denn Homosexualität ist in Uganda ein Reizthema – große Teile der Bevölkerung glauben, es gebe in dem afrikanischen Land keine Lesben und Schwulen. Unter Einflussnahme US-amerikanischer Evangelisten wurde sogar ein Gesetzesentwurf eingebracht, der die Strafen für homosexuelle Handlungen erhöhen soll. Auch die Todesstrafe stand im Raum. Bereits jetzt sind lebenslange Freiheitsstrafen möglich.

„Danke, dass ihr das möglich gemacht habt“

Unter den Besuchern des „Uganda Beach Pride“ war auch der bekannteste Lesben- und Schwulenaktivist des Landes, Frank Mugisha. Er erschien als Kapitän mit einer Regenbogenschärpe. „Ich wünschte, ich hätte einen Schalter, den ich einschalten könnte, und jeder, der schwul oder lesbisch ist, würde das auch sagen. Dann würde jeder Homophobe sehen, dass seine Brüder, Schwestern und Tanten schwul oder lesbisch sind“, sagte er.

Und er lobte die Organisatoren: „Wir konnten den Veranstaltern der Pride noch nicht danken. Daumen hoch für alle, die das möglich gemacht haben. Das nächste Mal fangen wir bei der Polizeistation an“, sagte er augenzwinkernd.

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