Zehn Olympia-Medaillen für Schwule und Lesben

Wären offen lebende schwule und lesbische Athleten ein eigenes Team bei den Olympischen Spielen in London gewesen, wären sie gleich gut wie Mexiko – und hätten gleich viel Goldene wie Jamaika und der Iran. Insgesamt zehn Athleten haben Medaillen gewonnen, darunter vier Goldene, einmal Silber und zwei Bronze-Medaillien.

Damit haben 43 Prozent aller offen schwulen und lesbischen Athletinnen und Athleten, die zu den Olympischen Spielen angetreten sind, eine Medaille geholt.

Dass die Zahl der Medaillengewinner höher ist als die der gewonnenen Bewerbe liegt daran, dass in der niederländischen Hockey-Mannschaft, die Gold gewonnen hat, gleich vier Lesben zu finden sind. Hier die Liste der Gewinnerinnen und Gewinner im Detail:

  • Gold für Sermone Augustus. Sie gewann mit den US-Damen Basketball-Gold. Ihr Team gilt als dominierendste Mannschaft der ganzen Spiele
  • Gold für Carl Hester. Der britische Reiter hat mit zwei Kollegen das erste britische Gold in der Mannschafts-Dressur geholt. Im Einzelbewerb wurde er Fünfter.
  • Gold für Marilyn Agliotti, Carlien Dirkse van den Heuvel, Kim Lammers und Maartje Paumen. Die Niederländerinnen schlugen Argentinien im Feldhockey-Finale mit 2:0. Die Torschützinnen: Paumen und van der Heuvel.
  • Gold für Megan Rapinoe. Im Finale schlugen die US-Fußball-Damen Japan mit 2:1. Im Semifinale erzielte sie zwei Tore; auch die Trainerin der Mannschaft, die Schwedin Pia Sundhage, ist offen lesbisch.
  • Silber für Judith Arndt. Die deutsche Radfahrerin hat in London im Straßenzeitfahren die erste Medaille eines offen geouteten Sportlers errungen.
  • Bronze für Edward Gal. Der niederländische Reiter hat Bronze im Mannschafts-Dressurreiten geholt, im Einzelbewerb wurde er neunter.
  • Bronze für Lisa Raymond. Die US-Tennisspielerin hat gemeinsam mit Mike Bryan Bronze im gemischten Doppel geholt.

Enttäuschend war die Leistung des australischen Turmspringers Matthew Micham, der in Peking als einziger geouteter Sportler Gold holte: Er wurde im Finale nur 13. und verließ den Wettkampfort unter Tränen. Was besonders schade ist – er hatte angekündigt, nackt vom Turm zu springen, wenn er Gold holen würde. Er hat aber angekündigt, auch bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio starten zu wollen.