Callboys töteten Zuhälter: Staatsanwältin plädiert auf Mord

Der Prozess um zwei litauische Escorts, die ihren Zuhälter in Berlin getötet haben sollen, geht in die Endphase: Die Staatsanwaltschaft forderte am Montag für die beiden Angeklagten je achteinhalb Jahre Jugendstrafe wegen Mordes. Die Anwälte plädieren auf Totschlag. Das Urteil soll am Montag verkündet werden.

Der 19-jährige Jokubas S. und sein ein Jahre älterer Landsmann Sergejus A. sollen in der Nacht zum 1. November 2011 ihren Zuhälter in dessen Wohnung in Berlin-Tempelhof erstickt haben. Vor Gericht sagten sie, sie hätten ihren Landsmann, der sie auch misshandelt und zur Prostitution gezwungen hat, aus Verzweiflung getötet.

Das glaubt die Staatsanwältin prinzipiell auch – aber die Angeklagten wären nicht in einer ausweglosen Zwangslage gewesen: „Er war ein übler Zeitgenosse, aber das rechtfertigt nicht seine Tötung“, erklärte sie beim Plädoyer. Es gebe auch keine Hinweise auf eine sklavenartige Behandlung. Die beiden jungen Männer seien zwar ausgenutzt worden, hätten sich aber bewusst in die Hände des Zuhälters begeben, so die Anklägerin. Sie seien nicht eingesperrt gewesen und hätten jederzeit gehen können, führte die Staatsanwältin weiter aus.

In die Schlagzeilen kam der Prozess vor allem, weil einer der beiden Angeklagten mittlerweile mit dem NDR-Moderator Frank Breuner verlobt ist. Die Männer lernten sich kennen, als dieser die Dienstleistung in Anspruch nehmen wollte, verliebten sich aber offenbar ineinander. Nach der Tat und seiner Flucht konnte Breuner seinen Freund überzeugen, sich der Polizei zu stellen. Der NDR hat sich hinter seinen Moderator gestellt.