Stecken auch drei Österreicher hinter ‚kreuz.net‘?

Die neuesten Ermittlungsergebnisse über die Hintermänner der Hass-Seite „kreuz.net“ sind zumindest in Deutschland bei den zuständigen Behörden eingelangt. Das hat der Bruno-Gmünder-Verlag, Initiator der Aktion „Stoppt kreuz.net“, nun bestätigt. Einer ersten Bilanz zufolge dürften die Hintermänner vor allem in Österreich sehr aktiv sein.

Staatsanwaltschaft und Verfassungsschutz in Berlin ermitteln

So wurden die bisherigen Recherchen der Staatsanwaltschaft Berlin übergeben, der offen schwule Bundestagsabgeordnete Volker Beck hat die Ergebnisse seinerseits dem Präsidenten des deutschen Verfassungsschutzes, Hans-Georg Maaßen, weitergegeben. „Herr Maaßen hat mir versichert, dass der Verfassungsschutz ‚kreuz.net‘ im Blick hat und für Hinweise zu Hintermännern und Strukturen dankbar ist“, so Beck.

Volker Beck ließ aber anklingen, dass die Hintermänner „überwiegend aus Österreich, aber auch aus Köln und Heidelberg“ kommen würden. David Berger, Koordinator der Aktion „Stoppt kreuz.net“, berichtet von fünf Personen: Eine aus Deutschland, eine aus der Schweiz, drei aus Österreich. Ein deutschsprachiger Bischof werde zwar auch verdächtigt, an dem Portal mitzuarbeiten. Es gebe aber noch nicht genügend Beweise, um diese Person bei der Staatsanwaltschaft ins Gespräch zu bringen. Genaue Details über den Inhalt des Materials wurden nicht bekanntgegeben, um die weiteren Ermittlungsarbeiten nicht zu behindern.

Drei Österreicher, ein Schweizer und ein Deutscher

Bei Personen, die in bestimmten Medien genannt wurden, „handelt es sich um Mitarbeiter der Seite aus der katholischen Kirche, deren Artikel auf ‚kreuz.net‘ veröffentlicht wurden“, so „Stoppt kreuz.net“. Das heißt aber nicht automatisch, dass sie auch Mitarbeiter der Hetz-Seite sind und sich dort durch Hass-Artikel strafbar gemacht haben, betont „Stoppt kreuz.net“.

Trotzdem müsse besonders die Kirchenführung die Tätigkeit dieser Autoren kritisch betrachten, da sie „alle im Dienst der katholischen Kirche stehen“, wie „Stoppt kreuz.net“ betont: „Umso bedauerlicher ist es, dass deren Vorgesetzte aus der Kirche in den meisten Fällen nicht bereit zu sein scheinen disziplinarische Maßnahmen gegen ihre Mitarbeiter zu ergreifen. So verstärkt sich zunehmend der Eindruck, dass die katholische Kirche nicht bereit ist, aktiv gegen die katholische Hass-Seite vorzugehen.“ In dieses Bild passt auch, dass ein Angebot an die Deutsche Bischofskonferenz, bei der Auffindung der Hintermänner mitzuwirken, unbeantwortet blieb.

Belohnung für Hintermänner von ‚kreuz.net‘ auf 23.000 Euro angestiegen

Der Bruno-Gmünder-Verlag hat am 5. Oktober eine Belohnung von 15.000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Aufdeckung der Identität der Macher von „kreuz.net“ dienen. Mittlerweile ist diese Summe durch weitere Spenden auf über 23.000 Euro angestiegen.

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