Ist Wiener Priester einer der Hintermänner von „kreuz.net“?

"Heiße Spur" nach Österreich "am Besten dokumentiert"

Priester
Symbolbild - Fotolia

Nun wird es auch in Österreich für die Hintermänner der radikalen Hass-Seite „kreuz.net“ eng: Die ersten Daten, wer hinter der Homepage steckt, werden an die Staatsanwaltschaft Wien übermittelt, und eine Tageszeitung veröffentlicht recht konkrete Hinweise auf einen der möglichen Hintermänner.

Persönlicher Groll als Grund für „kreuz.net“-Hasstiraden?

Drei der fünf Personen, die den harten Kern der „kreuz.net“-Macher darstellen, sollen Österreicher sein. Einer von ihnen ein Priester der Erzdiözese Wien, so der Theologe David Berger im Berliner „Tagesspiegel“. Berger sammelt im Auftrag des Bruno Gmünder Verlages die Hinweise. Dieser Priester habe eine Rechnung mit Kardinal Christoph Schönborn offen – was erklären würde, dass auch dieser immer wieder auf dem Portal verunglimpft wird.

Die Spur zu den österreichischen Machern von „kreuz.net“ sei „die heißeste und am besten dokumentierte“, erklärt Berger gegenüber GGG.at. Die Staatsanwaltschaft Berlin, die die ersten Rechercheergebnisse bereits bekommen hat, habe zugesagt, ihre Wiener Kollegen zu informieren. Auch das Bundesamt für Verfassungsschutz (BVT) hat die Seite nach eigenen Angaben im Blick. Weil die Website auf den Bahamas registriert sei, stoße der Verfassungsschutz bei der Sperrung an seine Grenzen, so das BVT.

Extrem professionelle IT-Infrastruktur erschwert die Jagd

Das bestätigt auch Berger: „Wir sind bestürzt, mit welchen IT-Spezialisten ‚kreuz.net‘ zusammenarbeitet und wie viel Geld dahintersteckt. Die Seite wird von großen IT-Firmen gestützt“, sagt er dem „Tagesspiegel“. Um unentdeckt zu bleiben, verlagert „kreuz.net“ seine Seiten bis zu drei Mal am Tag auf Server in andere Länder, etwa aus den USA nach Rumänien und zurück.

Stimmen die Recherchen, wird „kreuz.net“ auch zum Problem der römisch-katholischen Kirche, die sich immer offiziell von dem Portal distanziert hat. Denn vier der fünf Verdächtigen sind Diözesanpriester. Sie betreiben ihre Hetze unter dem Dach der Amtskirche. Dort ist man weiterhin zurückhaltend. Die deutsche Bischofskonferenz lässt verlauten: „Wir sind seit 2009 an dem Thema dran und machen unsere eigenen Recherchen. Herr Berger hat sich mit seinen Ergebnissen bei uns nicht gemeldet.“