Nigeria will bis zu 14 Jahre Haft für Homoehe

Nigeria will die Rechte von Lesben und Schwulen weiter einschränken: So wurde am Dienstag ein Gesetz im Repräsentantenhaus beschlossen, dass die gleichgeschlechtliche Ehe verbietet – genauso wie alle Zeichen der Zuneigung für schwule und lesbische Paare. Der Senat von Nigeria hat das Gesetz bereits im November 2011 durchgewunken.

Aus sämtlichen politischen Lagern Nigerias kommt Lob für das Gesetz: Die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare sei „fremd für unsere Gesellschaft und Kultur und darf nicht importiert werden“, erklärte der Mehrheitsführer im Senat, Mulikat Adeola-Akande, während der Debatte: „Die Religion verabscheut das und in unserer Gesellschaft gibt es dafür keinen Platz“.

Und auch die Opposition unterstützt das Gesetz. Der Fraktionsführer der Opposition im Repräsentantenhaus sagte, das Gesetz zeige „eine Einheit von Gesetz und Moral“, die Homoehe sei „illegal und unmoralisch“.

Dem Entwurf zufolge würden Paare, die eine gleichgeschlechtliche Ehe eingehen würden, bis zu 14 Jahre Haft riskieren. Wer ihnen dabei hilft, kann bis zu zehn Jahre ins Gefängnis kommen. Mit ebenfalls bis zu zehn Jahren Haft würde die „indirekte oder direkte öffentliche Darstellung von gleichgeschlechtlicher Zuneigung“ bestraft werden.

Bereits jetzt stehen in Nigeria 14 Jahre Haft auf gleichgeschlechtlichen Sex. Dieses Gesetz geht auf die britische Kolonialzeit zurück. Im islamisch dominierten Norden sieht die Scharia sogar die Todesstrafe für schwule Muslime vor.

Nun sind noch eine letzte Abstimmung im Repräsentantenhaus und die Unterschrift von Staatspräsident Goodluck Jonathan notwendig. Diese dürften aber reine Formsache sein. Auch, wenn aus dem Ausland Warnungen kommen, das Gesetz wirklich zu beschließen.

So hat der britische Premier David Cameron das Land bereits gewarnt, Entwicklungshilfe zu reduzieren, wenn die Menschenrechte von Lesben und Schwulen nicht gewahrt würden. Ähnliche Signale kamen auch aus den USA.

Nigeria ist das bevölkerungsreichste Land Afrikas und auch einer der größten Ölproduzenten der Welt. Die 160 Millionen Einwohner sind überwiegend sehr religiös, ungefähr je zur Hälfte Moslems und Christen. Ein kleiner Teil ist Anhänger von Naturreligionen.