Was machte schottischer Kardinal bei ’nächtlichen Gebetstreffen‘?

Gleichgeschlechtliche Ehen seien „schädlich für das körperliche, geistige und geistliche Wohlergehen der Betroffenen“, polterte der schottische Kardinal Keith O’Brien kürzlich. Nun wurde bekannt: Vor 33 Jahren soll er einem Mann nach „nächtlicher Zecherei unerwünschte Aufmerksamkeit gewidmet“ haben, wie es in einer Beschwerde an den Vatikan heißen soll.

Gemeldet sollen die Vorkommnisse drei amtierende und ein ehemaliger Priester kurz vor der Rücktrittsankündigung von Papst Benedikt XVI. haben. Ein weiterer Mann gibt an, der heute 74-Jährige habe „nächtliche Gebetstreffen“ veranstaltet, um „unangebrachte Kontakte herzustellen und zu pflegen“.

Ob das Bekanntwerden der Vorwürfe eine Folge der Intrigen rund um die Wahl eines neuen Papstes ist, ist unbekannt. Die italienische Tageszeitung „La Repubblica“ hatte berichtet, der Rücktritt des Papstes könne mit einem geheimen Schwulennetzwerk im Vatikan zu tun haben, das Kardinäle wegen ihrer sexuellen Orientierung erpressbar mache.

O’Brien gehört zu jenen 117 wahlberechtigten Kardinälen, die Mitte März den Nachfolger von Benedikt XVI. wählen dürfen. Nach der Wahl soll der Kardinal, der am 17. März 75 Jahre alt wird, in den Ruhestand treten.