Homo-Ehe bringt Dick Cheneys Tochter unter Druck

Im Hause Cheney sorgt die Debatte um die Ehe-Öffnung dafür, dass der Haussegen schief hängt. Grund dafür: Die eine Tochter ist gegen eine Öffnung, weil sie Senatorin werden möchte. Die andere ist lesbisch und dem entsprechend sauer.

Eigentlich gilt der ehemalige US-Vizepräsident Dick Cheney als erzkonservativ. Außer, es geht darum, die Ehe für Lesben und Schwule zu öffnen. Da hat Cheney immer seine jüngere Tochter Mary unterstützt. Sie lebt offen lesbisch, ist verheiratet und Mutter von zwei Kindern. Ein Lebensmodell, gegen das ihre Schwester nun offiziell Stellung bezogen hat.

Denn Liz Cheney möchte gerne im US-Bundesstaat Wyoming Senatorin werden. Und dort gehört es als Republikanerin zum guten Ton, die Öffnung der Ehe abzulehnen. Was Liz auch tat. Ihre Schwester Mary bezeichnete diese Äußerungen prompt als „völlig daneben“.

Und dabei sollte es nicht bleiben: Nachdem sich Liz Cheney erneut im Wahlkampf abschätzig zur Homo-Ehe geäußert hatte, ergriff Mary Cheneys Ehefrau Heather Poe das Wort. Über Facebook sprach sie Klartext: „Liz war bei uns zu Gast, hat Urlaub mit unseren Kindern verbracht, und als Mary und ich 2012 geheiratet haben, sagte sie, wie sehr sie sich für uns freue“, erklärte Poe und fügte hinzu: „Ich frage mich, wie sie sich fühlen würde, wenn sie von einem Staat in den anderen ziehen und dabei feststellen würde, dass ihre Familie in einem geschützt ist und im nächsten nicht.“

Tatsächlich scheint der Richtungswechsel von Liz Cheney eher ein Mangel an Rückgrat denn politische Überzeugung zu sein. Denn noch vor vier Jahren hat sie zu diesem Thema klar gemacht: „Die Haltung meiner Familie ist sehr klar. Freiheit bedeutet Freiheit für alle.“ Im Rennen um den Senatssitz ist Liz Cheney aber wegen der gleichgeschlechtlichen Ehe ihrer Schwester von ihrem innerparteilichen Konkurrenten Mike Enzi angegriffen.

Nun gilt sie für sehr viele Republikaner als Fähnchen, das seine Meinung im Wind dreht – und damit nicht unbedingt als glaubwürdig. Das führte sogar zu der skurrilen Situation, das ihr Vater Dick als einer der prominentesten Befürworter der Ehe-Öffnung unter den Republikanern öffentlich erklärte, seine Tochter Liz sei schon immer dagegen gewesen.