Schweiz möchte Stiefkindadoption für gleichgeschlechtliche Paare öffnen

In der Schweiz könnten auch schwule und lesbische Partner schon bald ihre Stiefkinder adoptieren können: Der Bundesrat, die Regierung der Schweiz, möchte die Stiefkindadoption für alle Paare öffnen – unabhängig vom Geschlecht des Partners.

Damit werden Partner einer Eingetragenen Partnerschaft auch rechtlich Verantwortung für die leiblichen Kinder ihres Partners übernehmen dürfen. Aber: „Auch eine Stiefkindadoption wird nur dann zugelassen, wenn sie dem Wohl des Kindes dient“, so Justizministerin Simonetta Sommaruga. Außerdem sei die Adoption gegen den Widerstand des zweiten leiblichen Elternteils nicht möglich.

Und nicht nur Kinder in Eingetragenen Lebensgemeinschaften sollen von der liberaleren Regelung in der Schweiz profitieren. Die Adoption von Stiefkindern soll auch Paaren offenstehen, die weder verheiratet sind noch ihre Partnerschaft eintragen liessen. Voraussetzung wäre eine faktische Lebensgemeinschaft.

Die Öffnung berücksichtige die „gesellschaftliche Entwicklung“, so das Justiz- und Polizeidepartement. In über 10.000 Privathaushalten der Schweiz würden Kinder bereits in faktischen Lebensgemeinschaften aufwachsen – ohne die gewünschte rechtliche Absicherung.