Alf Poier beleidigt Conchita Wurst: Alles nur Show?

Für Unverständnis sorgt der ehemalige österreichische Song-Contest-Teilnehmer Alf Poier mit seinen homophoben Aussagen über Conchita Wurst. Doch vielleicht sind sie nur ein riesiger PR-Gag: Schließlich haben Wurst und Poier den selben Manager.

„Wenn jemand nicht weiß, ob er ein Manderl oder ein Weiberl ist, dann gehört er eher zum Psychotherapeuten als zum Song Contest“, so der 47-jährige im Interview mit „Die ganze Woche“. Er könne mit der „verschwulten Zumpferl-Romantik“ nichts anfangen, so Poier weiter.

Auch stört ihn, dass Conchita Wurst nicht durch eine öffentliche Vorentscheidung als Kandidatin ausgewählt wurde, sondern durch eine interne Entscheidung des ORF: „Die schicken ein künstlich hochgezüchtetes Monster hin“, so Poier.

Auch stört Poier, dass „Rise Like A Phoenix“ nicht von Conchita Wurst selbst geschrieben wurde. „Entschuldigung, aber künstlerisch ist bei dieser Dame oder bei diesem Herrn oder bei diesem Es oder was immer das ist, überhaupt nichts vorhanden. Gar nichts.“, echauffiert sich der Steirer.

Als homophob will der Kabarettist, der 2003 mit dem „Naserl-Hasel-Lied“ bekannt gewordenen „Weil der Mensch zählt“ beim Song Contest den 6. Platz gemacht hat, aber nicht gelten. Wie jemand seine Sexualität auslege, bleibe ihm selbst überlassen, gibt Poier zu Protokoll. „Aber dass ständig an die große Glocke gehängt werden muss: ‚Ha, wir sind so benachteiligt, und wir sind eine Minderheit‘, dieses Gesülze geht mir ordentlich auf den Wecker“, so der Steirer.

Doch was steckt hinter diesen provokanten Aussagen? Ist es wirklich Poiers Meinung oder möchte der Künstler, der in den letzten Jahren selten durch seine Auftritte aufgefallen ist, nur wieder Aufmerksamkeit erhaschen?

Einer, der diese Frage beantworten könnte, wäre wohl Poiers Manager René Berto. Einzig, er ist derzeit schwer beschäftigt: Als Manager von Conchita Wurst beim Song Contest in Kopenhagen. Auf der Homepage seiner Agentur „Genie & Wahnsinn“ bietet er die Vermittlung beider Künstler an.

Waren die Aussagen von Alf Poier mit Berto abgesprochen, so könnte das ein unfairer, aber geschickter Coup sein, um auch seinen zweiten Schützling wieder in die Schlagzeilen zu bringen. Wusste der Manager nichts über die Schipftiraden seines einen Schützlings gegen den anderen, müsste er wohl die Konsequenzen ziehen.