[Video] 10.000 jubeln Conchita Wurst am Ballhausplatz zu

Überwältigend war der gestrige Auftritt von Conchita Wurst am Ballhausplatz. Mehr als 10.000 Fans stürmten den Ballhausplatz. Ob jung oder alt, schwul oder hetero – alle wollten die Song-Contest-Gewinnerin und ihre Botschaft hören. Der ORF übertrug das Dankes-Konzert live.

Sogar das Wetter war auf Conchitas Seite

Es war gegen 16.30 Uhr, als sich die Wolken über Wien lichteten und die Sonne über der Innenstadt – fast so wie ein Zeichen, dass auch der Himmel Conchita Wurst singen hören möchte. Doch die war gerade im Bundeskanzleramt bei einem Empfang mit hohen Repräsentanten des Staates.

Zuvor wurde angekündigt, dass Conchita Wurst auch auf dem Balkon des Bundeskanzleramtes zu sehen sein wird, so wie zuletzt Karl Schranz im Jahr 1972. Doch die bärtige Diva winkte ab: „Das soll den wirklich wichtigen Menschen vorbehalten bleiben.“ Sie wolle lieber auf die Bühne, um ihren Fans zu danken.

Ballhausplatz bis zum letzten Platz gefüllt

Die jubelten ihr auf dem Ballhausplatz vor dem Bundeskanzleramt zu. Das Publikum war gemischt: Familien mit Kindern, die einen Conchita-Bart aufgemalt hatten, Teenager, ältere Menschen, Schwule mit Regenbogenflaggen – die Song-Contest-Gewinnerin brachte an diesem einen Nachmittag alle Österreicher zu einem riesigen Freudenfest zusammen.

Auf der großen Leinwand gab es unterdessen die Karriere von Conchita zu sehen. Als der deutsche Rapper Sido, Juror der ORF-Talentshow „Die große Chance“ und Mitglied der deutschen Jury, zu sehen war, buhte die gesamte Menge. Er hatte Conchita bei der deutschen Jurywertung am schlechtesten bewertet.

Conchita bezaubert Österreich

Doch als Conchita Wurst auf der Bühne auftauchte, war das alles vergessen. Sie sang „Believe“ von Cher, „That’s what I am“, ihren Beitrag für die österreichische Vorentscheidung vor zwei Jahren, und natürlich „Rise Like A Phoenix“ – den Titel, der ihr den Sieg beim Song Contest in Kopenhagen eingebracht hat. Zum Schluss gab es ein Lied, das Conchita Wurst besonders inspiriert hat: „My Heart will go on“ von Céline Dion, die dereinst für die Schweiz den Song Contest gewonnen hat.

Negativ fiel auf, dass mit der „Kronen Zeitung“ ein Medium im Windschatten Conchitas mitzufahren versucht, dass in der Vergangenheit wiederholt offen homophob war – auch im Kontext mit Conchita Wurst persönlich. Das Boulevardblatt verteilte Fahnen, Trockenwürste und Umhängebärte für Conchita-Fans.

Doch die hörten vor allem die Botschaft Conchitas auf der Bühne: Toleranz. Liebe und Lebensfreude.