Verhindert Polizeistreik die Belgrade Pride?

Ein Polizeistreik könnte die Belgrade Pride gefährden, die am Samstag in der serbischen Hauptstadt stattfinden soll. Ohne eine ausreichende Anzahl an Sicherheitskräften könne die Lesben- und Schwulendemonstration nicht stattfinden, so Vertreter der Polizeigewerkschaften gestern in Belgrad. In ganz Serbien wollen mehr als 30.000 Polizisten für höhere Löhne streiken.

Rechte Gruppen haben bereits angekündigt, die Parade auch mit Gewalt verhindern zu wollen. Es wäre die erste geplant stattfindende Demonstration von Lesben und Schwulen in Belgrad seit 2010. Dabei kam es zu schweren Ausschreitungen durch Rechtsextreme und religiöse Aktivisten. Patriarch Irinej, das Oberhaupt der serbisch-orthodoxen Kirche, verurteilte die Parade und setzte Lesben und Schwule mit Pädophilen gleich.

In den Jahren danach musste die Belgrade Pride aus Sicherheitsgründen immer wieder abgesagt werden. Letztes Jahr trafen sich die Demonstranten daraufhin am Vorabend zu einer spontanen Kundgebung, die gewaltfrei verlief.

Für die Europäische Union ist das Abhalten einer Lesben- und Schwulenparade in Belgrad eine wichtige Nagelprobe: So soll der Beitrittskandidat Serbien zeigen, dass er Minderheitenrechte schützt und achtet. In der Vergangenheit wurde Serbien immer wieder wegen der Diskriminierung von Lesben, Schwulen und Transgendern in den Fortschrittsberichten der EU gerügt. Offiziell unterstützt die serbische Regierung die Veranstaltung.