Sarkozy will Homo-Ehe wieder abschaffen

Der ehemalige französische Präsident Nicolas Sarkozy fordert, die im Mai 2013 beschlossene Öffnung der Ehe für Lesben und Schwulen wieder rückgängig zu machen. Damit erntet er jede Menge Kritik – auch aus den eigenen Reihen.

So hat seine ehemalige Wahlkampfsprecherin und Umweltministerin Nathalie Kosciusko-Morizet gegenüber dem Radiosender „Europe 1“ gemeint, eine Aufhebung des Gesetzes sei „weder wünschenswert noch möglich“. Bei den entsprechenden Abstimmungen in der Nationalversammlung hat sie sich der Stimme enthalten. Und sich der konservative Senator Roger Karoutchi meinte gegenüber dem Sender „France Bleu“, eine Aufhebung des Gesetzes wäre „schwierig“ und „verfassungswidrig“.

Am Wochenende hatte Nicolas Sarkozy vor Anhängern einer konservativen Gruppe innerhalb seiner Partei UMP zunächst gemeint, das Ehe-Gesetz müsse „von Grund auf überarbeitet werden“. Als er daraufhin ausgepfiffen wurde, sagte er, man könne auch davon sprechen, es anzuschaffen – „wenn es ihnen lieber ist“. Denn: „Das Ergebnis ist dasselbe“.

Für Sarkozys politische Gegner sind die Äußerungen des Ex-Präsidenten ein gefundenes Fressen: Pierre Laurent, Generalsekretär der französischen Kommunisten, sprach von einem „homophoben Coming Out“ Sarkozys. Er habe „ultra-rechten Aktivisten nachgegeben“. Der französische Innenminister Bernard Cazeneuve warf Sarkozy vor, die „Überzeugungen der Menge“ angenommen zu haben.

Nicolas Sarkozy möchte sich in zwei Wochen zum neuen Vorsitzenden der UMP wählen lassen – um bei den Präsidentschaftswahlen 2017 wieder in den Elysée-Palast zurückkehren zu können.