Sonntag, 3. März 2024
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‚Küssen im Prückel‘: Außer Spesen nichts gewesen?

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Mehr als bescheiden scheinen die Erfolge der Demonstration gegen das Wiener Traditionscafé Prückel gewesen zu sein: Ein Monat, nachdem etwa 2.000 Menschen gegen den Rauswurf eines lesbischen Paares demonstriert hat, ist dort Business as Usual.

„Nein, wir haben nicht weniger Besucher. Es läuft alles wieder normal“, erklärt Christl Sedlar, Chefin des Café Prückel, dem ORF Wien. Niemand scheint das Café zu boykottieren – im Gegenteil: „Sehr viele kommen ins Cafe, bringen mir Blumen und gratulieren mir“, freut sich Seilar. Doch das scheint nicht allen zu gefallen. „Erst vor kurzem habe ich eine E-Mail erhalten, in der ich als Nazi-Schwein beschimpft wurde“, ist die Kaffeehaus-Chefin entsetzt.

Dass sie ein lesbisches Paar hinausgeworfen habe, das seine Zuneigung in einer Art und Weise gezeigt haben soll, die für ein Wiener Traditionscafé nicht angemessen wäre, verteidigt Sedlar. „Ich habe mich entschuldigt, obwohl ich keine Schuldgefühle hatte“, erklärt die Prückel-Betreiberin gegenüber dem ORF Wien. Denn sie betont: Die Zärtlichkeiten des Lesben-Paares seien „mehr als ein Begrüßungskuss“ gewesen.

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Und so ist die Bilanz für die schwul-lesbische Community ein Monat nach der Prückel-Demo nicht wirklich positiv: Die Umsätze im Café sind nicht wie erhofft gesunken. Gegen unbekannte Sprayer, die „Smash Homophobia“ an die Wand des Cafés gesprüht haben, wurde Anzeige erstattet, und ein junger Mann wurde nach der Demonstration Opfer einer schwulenfeindlichen Attacke. Auch diese Täter sind noch flüchtig.

Die einzige Gewinnerin der ganzen Aktion ist wohl die sozialistische Schülergruppe AKS als Veranstalterin der Demonstration – sie bekam mediale Aufmerksamkeit und jede Menge Unterstützung aus der Community. Und das, obwohl die genauen Umstände des umstrittenen Rauswurfs bis heute nicht zweifelsfrei feststehen.

Hinweis: Eine missverständliche Formulierung am Ende des Textes, die für Unklarheiten bei einigen Lesern gesorgt hat, wurde korrigiert.

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