Republikaner wettern weiter gegen Ehe-Öffnung

Jahrelang haben die Republikaner vor einer Öffnung der Ehe gewarnt. Jetzt, wo der Oberste Gerichtshof der USA das letzte Wort gesprochen und die Ehe-Öffnung für gleichgeschlechtliche Paare legalisiert hat, haben viele Parteimitglieder ein Problem, sich mit dieser neuen Realität zurechtzufinden.

Denn wie eine Online-Umfrage, die von der Nachrichtenagentur Reuters veröffentlicht wurde, zeigt, unterstützten mehr als die Hälfte aller US-Bürger die Ehe-Öffnung. Von den befragten Republikanern glauben aber 63 Prozent, die Entscheidung des Höchstgerichts wäre falsch gewesen. Weiters glauben 42 Prozent der Republikaner, die Entscheidung über eine Ehe-Öffnung solle von den Bundesstaaten selbst getroffen werden, am Besten durch eine Volksabstimmung. In der Gesamtbevölkerung teilen nur 24 Prozent diese Meinung.

Dem entsprechend hetzen Spitzenpolitiker der Republikaner weiter gegen die Ehe-Öffnung – obwohl diese nach dem Urteil des Supreme Court bereits beschlossene Sache ist. So bezeichnet der Gouverneur von Wisconsin, Scott Walker, die Entscheidung als „groben Fehler“ und fordert einen Zusatz zur US-Verfassung, nach dem jeder Bundesstaat die Ehe-Öffnung selbst bestimmen können soll.

Ted Cruz, texanischer Senator und republikanischer Präsidentschaftskandidat, möchte die Ehe-Öffnung sogar zum zentralen Thema seiner Kampagne machen. Er rief einige Bundesstaaten sogar dazu auf, das Urteil des Höchstgerichts zu ignorieren.

Hinter diesen Aussagen steckt allerdings auch jede Menge Wahltaktik, erklärt Christopher Larimer, Professor für Politikwissenschaften an der University of Northern Iowa. Denn mit diesen Aussagen wollen die republikanischen Präsidentschaftskandidaten vor allem ältere Wähler gewinnen – und die gibt es in Iowa genug. Und da Iowa der erste Bundesstaat ist, in dem die Republikaner ihre Vorwahlen abhalten, könnte ein Vorsprung hier entscheidend für den weiteren Wahlkampf der einzelnen Kandidaten sein.