Tunesien: Student muss für schwulen Sex ein Jahr ins Gefängnis

Musste in der Haft eine Anal-Untersuchung über sich ergehen lassen

Flagge von Tunesien
Fotolia

In der tunesischen Stadt Sousse hat ein Gericht am Dienstag einen Studenten zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, weil er schwulen Sex gehabt hat. Verhaftet wurde der Mann, dessen Identität nicht bekanntgegeben wurde, Anfang September wegen Mordes. Seine Telefonnummer wurde im Handy des Opfers gefunden.

Er wies jeden Zusammenhang mit dem Mord zurück, gab aber zu, mit dem Toten Sex gehabt zu haben. „Die Aussage wurde aufgenommen und mein Mandant musste sich gegen seinen Willen einer analen Untersuchung unterziehen“, erklärt sein Anwalt Fadoua Braham.

„Ich verstehe nicht, warum ich verurteilt wurde“

„Ich verstehe nicht, warum ich verurteilt wurde oder für sechs Tage festgehalten wurde, ohne meinen Anwalt kontaktieren zu dürfen“, zitiert der Anwalt den Jugendlichen. „Ich möchte hier raus und ein normales Leben führen. Ich frage mich, was mit meinem Job und meinem Studium passiert. Ich möchte nicht aus der Gesellschaft ausgestoßen werden.“

Auch einvernehmliche homosexuelle Handlungen sind in Tunesien verboten. Sie können mit bis zu drei Jahren Haft bestraft werden. Das betrifft auch Touristen: So wurde unter anderem im Februar ein Schwede wegen „homosexueller Handlungen“ zu zwei Jahren Haft verurteilt.