Donnerstag, 30. Mai 2024
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Pater wegen Missbrauchs verurteilt: Entlastung durch neue Zeugen?

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Eine Wende könnte es im Fall von Pater Fabian geben, dem ehemaligen Pfarrer von Traiskirchen: Der Geistliche wurde vor wenigen Tagen vom Oberlandesgericht (OLG) Wien zu vier Jahren Haft verurteilt, weil er einen jungen Mann mit einem Schlafmittel sexuell gefügig gemacht haben soll. Er selbst behauptete immer, die Beziehung zu dem heute 26-Jährigen wäre einvernehmlich. Das sollen neue Zeugen nun bestätigen.

Quer durch die Instanzen glaubten die Richter der Staatsanwaltschaft. Diese warf dem 49-jährigen Priester vor, den jungen Mann während eines Auslandsaufenthaltes in Costa Rica zunächst mit einem Schlafmittel betäubt und dann vergewaltigt zu haben. Zuletzt wurde das Urteil der zweiten Instanz – drei Jahre und vier Monate Haft – vom OLG Wien auf vier Jahre erhöht, aus „Gründen der Generalprävention“.

Doch Pater Fabian beteuert weiter seine Unschuld – und seine Anwälte Michael Dohr und Amir Ahmed wollen dies nun auch beweisen: Sie haben einen Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens gestellt. Denn es gebe neue Beweise, die die Version des Priesters stützen.

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Die Anwälte haben die Aussagen von zwei Zeugen: Diese geben an, die beiden Männer beim zärtlichen Austauschen von Zungenküssen im Münchner Lokal „Kraftwerk“ beobachtet zu haben – bei dem der Angeklagte den Zeugen zufolge freiwillig mitgemacht hat.

Bisher hat das Opfer immer behauptet, keine sexuellen Kontakte mit dem Angeklagten gehabt zu haben. Die Beziehung der beiden Männer sei immer rein platonisch gewesen, betont der heute 26-Jährige. Eine Behauptung, die durch die Aussagen der Zeugen nicht mehr haltbar wäre.

Der Pfarrer vermutet, dass der junge Mann von seinem streng konservativen Elternhaus zu den Behauptungen und der Anzeige gedrängt wurde. Dort habe sein Partner nicht zu seiner Homosexualität stehen können, vermutet Pater Fabian.