US-Abgeordnete will, dass Lehrer Kinder vor ihren Eltern outen müssen

In Texas würden Lehrer künftig ihren Job riskieren, wenn sie vertrailiche Informationen ihrer Schüler wirklich vertraulich behandeln

Flagge von Texas
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Im US-Bundesstaat Texas möchte eine Abgeordnete, dass Schulen die Eltern eines Kindes darüber informieren müssen, wenn es schwul, lesbisch, bisexuell oder transgender ist.

Vetraulichkeit würde nicht mehr gelten

Konni Burton, Republikanische Senatorin und Mitglied der ultrakonservatives Tea-Party-Bewegung, hat einen Gesetzesentwurf dazu eingebracht. Demnach würde jeder Angestellter einer Schule ein Disziplinarverfahren riskieren, wenn er die sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität eines Schülers nicht der Familie mitteilt – auch, wenn der Schüler ausdrücklich darum bittet, diese Information vertraulich zu behandeln.

Die Idee für den Gesetzesentwurf kam Burton in ihrem Wohnort Fort Worth. Dort hatte die Stadt eine Richtlinie verabschiedet, nach der Schulen verboten wurde, die Eltern über die transgender Identität eines Schülers zu informieren, wenn dieser nicht ausdrücklich zugestimmt hat. Nach heftigen Protesten konservativer Republikaner zog die Stadt diese fortschrittliche Richtlinie schließlich zurück.

Eltern haben ein „Recht auf vollständige Informationen“ – auch, wenn sie homophob sind

„Wir glauben, dass diese Bestimmungen dringend notwendig sind, um Klarheit zu schaffen“, erklärt Konni Burton. Eltern hätten „ein Recht, vollständige Informationen über die schulischen Leistungen, physische, geistige und emotionale Gesundheit und mehr“ zu erhalten. Dass schwulen, lesbischen, bisexuellen oder transgender Jugendlichen tragische Konsequenzen von den eigenen Eltern drohen könnten, ist der Politikerin dabei offensichtlich egal.

Es ist nicht das erste Mal, dass Texas in der jüngsten Vergangenheit über Gesetze diskutiert, die nachteilig für sexuelle Minderheiten sind. Im Jänner hat Senator Bob Hall, ebenfalls Tea-Party-Aktivist, einen Gesetzesentwurf vorgestellt, der den Diskriminierungsschutz für sexuelle Minderheiten im Arbeitsrecht aufheben soll.