Überfall in Linz: Opfer bekommt Morddrohungen

Der 26-Jährige hat seine Internet-Profile deshalb vorübergehend deaktiviert

Alexander St.
privat

Große Wellen schlug der GGG.at-Artikel über jenen 26-jährigen Linzer, der am Freitag in der Altstadt Opfer eines schwulenfeindlichen Überfalls wurde. So zitierten unter anderem ooe.ORF.at, die „Kronen Zeitung“ und die Gratis-Tageszeitung „Heute“ den Artikel. Nun fordern unter anderem die HOSI Linz und die GayCops Austria Konsequenzen aus der Tat.

HOSI Linz nennt den Angriff „dumm, niederträchtig und letztklassig“

So leidet Maximilian R. (Name geändert) noch immer an den Folgen des Übergriffs. “Ich kann kaum essen und reden. Neben viel Zuspruch bekomme ich aber auch Morddrohungen via Web“, erklärt er. Sein Facebook-Profil habe er deshalb vorübergehend deaktiviert. Auch über andere soziale Plattformen im Internet möchte er derzeit nicht erreichbar sein.

Empört über den Angriff ist die HOSI Linz. „Das war absolut dumm, niederträchtig und letztklassig: Einen Schwulen absichtlich schwer zu verletzen, um sein Mütchen zu kühlen, seine Langeweile zu übertünchen oder seinen Frust abzubauen, so etwas ist völlig abzulehnen und strikt in die Schranken des Gesetzes und seiner Strafen zu weisen, mit allen legalen Mittel, denn das Gewaltmonopol liegt beim Staat“, spricht Stefan Thuma, Vereinssprecher der HOSI Linz, sehr deutliche Worte.

Straftaten gegen Schwule, Lesben und Transgender: Keine Statistik, geringe Strafen

Die HOSI Linz fordere unter anderem schon seit längerem eine strengere Bestrafung von Hassverbrechen, so Tuma weiter. „Das bekräftigen wir hiermit aus dem traurigen Anlass heraus ganz entschieden“, erklärt der Vereinssprecher. Weiters bedanke man sich für die bisherigen Ermittlungen der Linzer Polizei. „Wir werden die Zusammenarbeit mit der Landespolizeidirektion wohl wieder aufleben lassen“, kündigt Thuma für die Zukunft an.

Doch wenn es um Gewaltverbrechen gegen sexuelle Minderheiten geht, gibt es in Österreich ein großes Problem: Sie werden statistisch nicht gesondert erfasst. Niemand weiß also, wie viele Schwule, Lesben oder Transgender wegen ihrer sexuellen Orientierung zum Opfer einer Gewalttat geworden sind. „Es wird Zeit, diese Straftaten zu erfassen und auch statistisch sichtbar zu machen“, fordern deshalb die GayCopsAustria auf Facebook.