Bundeskanzleramt erstrahlt in Regenbogenfarben

Ein deutliches Zeichen des Kanzlers zur Unterstützung der Community

Bundeskanzleramt in Regenbogenfarben
Hans Hofer/BKA

Es ist eine Premiere: Anlässlich der Pride Week in Wien lässt Bundeskanzler Christian Kern zum ersten Mal das Bundeskanzleramt am Ballhausplatz in Regenbogenfarben anstrahlen. Die Aktion ist nicht nur ein deutliches Zeichen der Unterstützung für die LGBT-Community – sondern auch Teil einer Charmeoffensive, mit welcher der SPÖ-Vorsitzende Lesben, Schwule und Transgender für sich gewinnen will.

LGBT-Offensive des Bundeskanzlers

So hat Kern erst letzte Woche Vertreter von LGBT-Vereinen aus ganz Österreich ins Bundeskanzleramt geladen, um über die Öffnung der Ehe, Diskriminierungsschutz und andere Themen zu diskutieren. Im letzten Jahr sprach Kern als erster Kanzler auch bei der Abschlussveranstaltung der Regenbogenparade.

„Es ist mir ein Anliegen, dass die Community weiß, wir stehen hinter ihnen. Wir wollen ein sichtbares Zeichen setzen, das auch über die Grenzen hinaus für Solidarität steht“, so Kern in einer Presseaussendung. „Unsere Solidarität muss international sein“, betonte auch Muna Duzdar, Staatssekretärin im Kanzleramt. „Mehr denn je müssen wir über die gleichen Rechte für alle Menschen reden. Wir müssen sie einfordern. Und zwar: Loud and Proud!“, so Duzdar.

Erst kürzlich erweiterte die Gleichbehandlungsanwaltschaft auf Zutun der Staatssekretärin ihre regionalen Kompetenzen, sodass sich LGBT-Personen bei Diskriminierungsvorfällen bei den regionalen Stellen der Gleichbehandlungsanwaltschaft in Innsbruck, Linz, Graz und Klagenfurt beraten lassen können.

So ganz stimmt die Chemie zwischen der SPÖ und der Community nicht

Doch so ganz wollen die Versuche der SPÖ, die Community für sich zu begeistern, nicht ganz gelingen. So haben sie Sozialdemokraten aus Gründen der Koalitionsräson Mitte Mai gegen einen Antrag der Grünen gestimmt, die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen – was ihnen viele Lesben und Schwule übelnehmen.

Daraufhin kündigte Bundeskanzler Kern an, noch vor dem Ende der Legislaturperiode einen eigenen Antrag einzubringen und dafür auch innerhalb der ÖVP Mehrheiten zu suchen. Und auch bei der Auflistung der Koalitionsbedingungen, die am Mittwoch präsentiert wurden, ist die Öffnung der Ehe nicht dabei.