64-Jährigen aus Homophobie getötet: 16-Jähriger gesteht

Allerdings bestreitet der Angeklagte, aus Schwulenhass gehandelt zu haben

Justitia
Symbolbild - Fotolia

In Ulm hat ein 16-jähriger Obdachloser, dem ein Mord aus Schwulenhass vorgeworfen wird, ein Geständnis abgelegt. Das berichtet die Südwestpresse. Der Bursche soll am 23. Mai einen 64 Jahre alten Mann aus Schwulenhass in dessen Wohnung brutal ermordet haben. Seit November wird der Fall am Landgericht Ulm verhandelt.

Der Mann nahm den obdachlosen Burschen mit, und dieser erstach ihn brutal

Der Anklage zufolge hat der damals 15-Jährige Deutsche mit türkischen Wurzeln sein späteres Opfer in einem Lokal nahe dem Hauptbahnhof angesprochen. Er bat den Mann „um etwas zu trinken, zu rauchen und um einen Schlafplatz“, so die Anklage. Die beiden Männer einigten sich und gingen in die Wohnung des 64-Jährigen.

Dort soll der Mann den Jugendlichen „einmalig und ohne jeglichen Nachdruck“ aufgefordert haben, mit ihm ins Schlafzimmer zu gehen. Der Bursche soll zunächst zugestimmt haben. Doch dann holte er in der Küche ein Messer, um damit auf sein wehrloses Opfer einzustechen. Als die Spitze des Messers abgebrochen war, soll er mit zwei weiteren Messern auf den 64-Jährigen eingestochen haben. Der Mann verblutete an Ort und Stelle, während der mutmaßliche Täter sich sauber machte.

Habgier und Homophobie als Mordmotiv

Dann nutzte der Bursche laut Staatsanwaltschaft die Gelegenheit und durchsuchte die Wohnung nach Wertsachen. Dabei fand er etwas Bargeld und eine Digitalkamera. Um seine Spuren zu vernichten, soll der damals 15-Jährige das Sofa und Kleidungsstücke des Opfers, die er zu einem Stapel zusammengehäuft hatte, angezündet haben. Dann verließ er die Wohnung. Die Feuerwehr konnte den Brand rechtzeitig löschen.

Motiv für die Bluttat war der Staatsanwaltschaft zufolge die „generelle Abneigung und Verachtung von Homosexuellen“. Das wollte der 16-Jährige in seinem Geständnis so nicht bestätigen. „Zu den Beweggründen der Tat äußerte er sich nur vage und gab an, durch den Konsum von Alkohol und Marihuana stark beeinträchtigt gewesen zu sein“, so das Gericht in einer Mitteilung.

Dem Angeklagten werden Mord in Tateinheit mit Raub sowie schwere Brandstiftung vorgeworfen. Da nach Jugendstrafrecht verhandelt wird, droht ihm eine Haftstrafe von maximal zehn Jahren.