Mittwoch, 29. Mai 2024
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„Gay Village Killer“ in Toronto vor Gericht

Bei der Anhörung muss sich Bruce McArthur Bei der Anhörung muss sich Bruce McArthur für sieben Morde verantwortenfür sieben Morde verantworten

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In Toronto findet heute die nächste Anhörung von Bruce McArthur statt, der als „Gay Village Killer“ mindestens sieben schwule und bisexuelle Männer getötet haben soll. Er streitet alle Vorwürfe gegen ihn ab, es gilt die Unschuldsvermutung.

Mittlerweile fanden die Beamten Überreste von sieben Männern

Ins Rollen kam der Fall mit dem Verschwinden von Andrew Kinsman und Selim Esen im letzten Jahr. Im Zuge der Ermittlungen bemerkten die Beamten, dass sie es mit einem Serientäter zu tun hatten. So wurden mittlerweile die Überreste von sieben Männern gefunden. Ihre Leichen entsorgte der 66-jährige Landschaftsgärtner in den Blumenbeeten und Pflanzkübeln seiner Kunden.

Die Polizei von Toronto geht davon aus, dass McArthur neben Kinsman und Esen auch Majeed Kayhan, Soroush Marmudi, Dean Lisowick, Skandaraj Navaratnam sowie einen noch nicht identifizierten siebenten Mann ermordet haben soll. Die Opfer hatten alle Verbindungen in das Stadtviertel Church and Wellesay, das Gay Village von Toronto. Bis jetzt konnten nur die Überreste von drei der Opfer zweifelsfrei identifiziert werden.

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Offenbar hat Bruce McArthur spätestens 2012 begonnen zu morden

Die Morde dürften teilweise schon mehrere Jahre zurückreichen: Das mutmaßlich erste Opfer, Majeed Kayhan, ist schon 2012 verschwunden. Der Zeitung The Globe and Mail berichtet einer seiner Freunde, dass er eine Beziehung mit McArthur gehabt haben soll.

Soroush Mahmudi war verheiratet, wurde aber öfter im Gay Village von Toronto gesehen – zuletzt im August 2015. Er hatte vor seinem Verschwinden Konkurs angemeldet. Dean Lisowick, nach dem bisherigen Ermittlungsstand das dritte Opfer, hatte keinen festen Wohnsitz und wurde auch nicht vermisst gemeldet. Die Polizei geht derzeit davon aus, dass er zwischen Mai 2016 und Juli 2017 ermordet wurde.

Andrew Kinsman und Selim Esen wurden letztes Jahr als vermisst gemeldet. Sie dürften die letzten Opfer von McArthur sein. Dass die Polizei erst mit dem Verschwinden eines weißen Mannes mit festem Wohnsitz aktiv wurde, sorgt in der Community von Toronto für Kritik. „Dass ein Serienmörder jahrelang unentdeckt bleibt, wirft kritische Fragen über die Schwachstellen und die Überschneidungen von Schwachstellen auf, mit denen viele Mitglieder unserer Community Erfahrungen haben“, heißt es in einer Stellungnahme des lokalen Community-Zentrums, The 519.