Protest gegen Bounty Killer: HOSI Wien demonstriert gegen Hass-Sänger

Scharfe Kritik der LGBT-Aktivisten am Konzert des umstrittenen Musikers

HOSI Wien
HOSI Wien

Am 3. Mai soll der aus Jamaika stammende Sänger Bounty Killer im Wiener „Reigen“ auftreten. In seinen Texten geht es auch um Gewalt gegen Schwule. So heißt es in dem Song „Man Ah Bad Man“ unter anderem: „Wir entfachen ein Feuer für euch stinkende Schwuchteln und Parasiten. Jamaika wird niemals zulassen, dass ihr unser Paradies beschmutzt.“

Mit dem Verkauf der Alben und auf Streamingplattformen verdient Bounty Killer mit solchen Texten noch immer Geld – auch, wenn er sie in Europa nicht mehr aufführt und darauf beharrt, sich von diesen Texten losgesagt zu haben. Jetzt hat die HOSI Wien angekündigt, gegen die umstrittene Veranstaltung zu demonstrieren.

Für die HOSI Wien wird mit dem Konzert von Bounty Killer eine Grenze überschritten

„Hier ist eine Grenze überschritten. Dieses Konzert gehört abgesagt, genauso wie schon vor zwei Wochen das in Berlin geplante“, fordert jetzt Moritz Yvon, der Obmann der HOSI Wien. „Bei Aufruf zum Mord kann von Kunst keine Rede mehr sein. Schlimm genug, wenn das ‚Reigen‘ das nicht versteht – dann müssen wir eben selbst dagegen vorgehen.“

Vorbild für die Aktivisten ist dabei Berlin: Dort sollte Bounty Killer am 10. Mai ein Konzert spielen. Allerdings haben die Betreiber der Location, an der das Konzert stattfinden hätte sollen, den Termin gecancelt. „In diesem Fall reicht eine vertragliche Zusicherung, dass keine menschenverachtenden Aussagen auf dem Konzert getroffen werden, nicht aus“, erklärte Björn von Swieykowski, der Geschäftsführer des Veranstaltungsortes.

Das Versprechen, diese Lieder nicht zu singen, reicht der HOSI Wien nicht

Vom Veranstalter des Konzertes gab es eine Stellungnahme, dass Bounty Killer nicht wegen seiner „antigaysongs“ – so der Veranstalter – eingeladen wurde, sondern wegen seiner Lieder „gegen die Unterdrückung der Schwarzen Menschen, die schon mehr als 400 Jahren funktioniert“ . Es gebe eine Vereinbarung, dass Bounty Killer die kritisierten Lieder in Wien nicht singe.

Doch das ist den LGBT-Aktivisten zu wenig: „Die Beschwichtigungen, Bounty Killer würde diese Zeilen so eh nicht mehr singen, können wir nur als schlechten Scherz deuten. Es ist ja wohl das absolute Minimum, dass nicht auf offener Bühne zum Mord aufgerufen wird“, so Yvon. Und Lui Fidelsberger, Obfrau der HOSI Wien, ergänzt: „Würden sie denn auch Neonazis willkommen heißen, solange sie nur versprechen, keinen Hitlergruß zu zeigen?“

Was sagen die Sponsoren zu dem Konzert?

Weiters erklärt sie: „Wir hoffen jedenfalls, dass sich die Förderer des ‚Reigen‘ fragen, welche Inhalte sie da unterstützen, immerhin sind bekannte Marken wie Yamaha, Ottakringer, Bacardi, AKG und einige andere mit ihren Logos auf deren Website vertreten. So werden sie weder ihren Kundinnen und Kunden gerecht, noch ihren MitarbeiterInnen, für die sie doch eine Fürsorgepflicht haben. Ein positives Bild entsteht so jedenfalls nicht.“

Die Demonstration soll am 3. Mai ab 20.00 vor dem „Reigen“ stattfinden. Die Location ist direkt neben der U4-Station Hietzing.