Kiew: Angriff auf europäische Lesbenkonferenz

Schon vor dem Start wird die Veranstaltung bedroht

Angriff auf Lesbenkonferenz
Oksana Pokalchuk/Twitter

Dieses Wochenende findet in der ukrainischen Hauptstadt Kiew die zweite European Lesbian* Conference (EL*C) statt. Mehr als 350 Lesben aus 40 Ländern werden erwartet. Doch schon vor Beginn der Konferenz gab es gewaltsame Ausschreitungen gegen die Veranstaltung.

Angriff gegen das Hotel, in dem die Konferenz stattfindet

So wurde das Hotel, in dem die Teilnehmerinnen tagen, zum Ziel eines homophonen Angriffs: Das machte Oksana Pokalchuk, Chefin von Amnesty International Ukraine, auf Twitter öffentlich. „Hasser haben in dem Hotel, in dem die Konferenz stattfinden wird, Fenster eingeschlagen und homophobe Drohungen an die Wand gemalt“, so die Menschenrechts-Aktivistin. Unter anderem schrieben die Unbekannten „LGBT verschwindet“ auf die Wand.

„Einschüchterung und Angst werden als Taktik benutzt. Das zeigt, wie verzweifelt die ‚Hater‘ sind“, so die Anwältin, die selbst auf der Konferenz sprechen wird, auf Twitter. Das Hotel habe die Polizei verständigt und Anzeige erstattet. Beamte haben die Ermittlungen begonnen und Beweise gesichert.

Amnesty und Vereinte Nationen verurteilen den Angriff

Das Menschenrechtsbüro der Vereinten Nationen in der Ukraine verurteilte den Vorfall. Man sei von der Attacke alarmiert, heißt es in einer Aussendung: „Wir fordern die Behörden dringend dazu auf, für genügend Schutz zu sorgen und die Sicherheit aller Teilnehmerinnen, Organisatorinnen und Veranstaltungsorte zu gewährleisten“, so die UN-Institution.

Unterdessen zeigen Gruppen und Personen aus ganz Europa unter dem Hashtag #LoveForELC ihre Solidarität mit der Konferenz. Grüße schickten unter anderem die überparteiliche LGBT-Intergroup des Europäischen Parlaments, die LGBT-Gruppe des britischen Parlaments, der deutsche Lesben- und Schwulenverband LSVD oder die paneuropäische sozialdemokratische LGBT-Gruppe Rainbow Rose.

Die zweite europäische Lesbenkonferenz wird von heute bis Sonntag in Kiew stattfinden. Die Premiere gab es letztes Jahr in Wien. Die Entscheidung, die Konferenz in der Ukraine stattfinden zu lassen, fiel absichtlich: Die Organisatorinnen wollten damit den queeren Frauen des Landes den Rücken stärken. Bei der EL*C wollen die Aktivistinnen über lesbische Themen diskutieren und eine gemeinsame europäische Lesbenbewegung schaffen.