Plant Bürgermeister Ludwig schon einen Life Ball ohne Gery Keszler?

Schon vor Monaten wollte die Stadt, dass die Organisation in "professionellere Hände" gelegt wird

Rathausplatz beim Life Ball
Life Ball/Christoph Leder

Einen Life Ball ohne Gery Keszler scheint die Stadt Wien zu planen. Nachdem Bürgermeister Michael Ludwig entsprechende Überlegungen bereits im Wiener Gemeinderat bestätigt hat, berichten Kurier und Krone, die über gute Verbindungen ins Rathaus verfügen, über erste Details.

Die Stadt möchte den Ball „in anderer Form“ weiterführen

Man werde „schauen, was möglich ist“, hieß es aus dem Rathaus gegenüber dem Kurier. Man habe ein Interesse daran, „die Idee des Balls weiterzuführen“ und Geld zu lukrieren, um auf HIV aufmerksam zu machen. Die Stadt selbst werde nicht selbst Veranstalterin sein, möglich sei aber ein Event ähnlich des Wiener Balls der Wissenschaften. Dieser wird von einem Verein organisiert, den die Stadt großzügig fördert.

Das entspricht einer Idee, die schon kursierte, bevor die Stadt Wien Gery Keszler zusätzliche Unterstützung versagte und dieser daraufhin das Ende des Life Balls ankündigte. Es hieß, die Stadt habe Keszler bereits vor Monaten angeboten, „den Ball in anderer Form gemeinsam weiterzuführen“, wie der Kurier aus dem Rathaus erfahren haben will. Keszler sollte als Gesicht und Kopf erhalten bleiben, die Organisation sollte in „professionellere“ – und damit vermutlich stadtnähere – Hände gelegt werden.

Die Marke „Life Ball“ hat sich Gery Keszler noch bis 2027 schützen lassen

Doch das könnte nicht so einfach sein, wie sich das einige Rathausmitarbeiter vorstellen. Denn die Marke „Life Ball“ gehört dem Verein „Life +“, der den Ball auch veranstaltet und dessen Obmann Keszler ist – und sie ist noch bis ins Jahr 2027 als Wort-Bild-Marke beim Patentamt geschützt.

Aus dem Büro des Bürgermeisters heißt es nun, der Life Ball könne auch „in anderer Art und Weise“ weitergeführt werden. Keszler könne dann als „Mastermind“ mitarbeiten, gibt man sich großzügig. Bei „Life +“ möchte man diese Gedankenspiele nicht kommentieren. „Wir haben seit dem Life-Ball-Aus keine Gespräche mit der Stadt geführt und konzentrieren uns auf den 8. Juni“, heißt es dort.

Zuletzt war die Stimmung zwischen Life-Ball-Vater Gery Keszler und Bürgermeister Ludwig äußerst angespannt. So gab Keszler der Stadt eine Mitschuld am Ende des Balls, weil sie keine zusätzliche Ausfallgarantie geben oder bei der Sponsorensuche helfen wollte. Nun scheint die Stadt die prestigeträchtige Veranstaltung ohne unangenehme Störfeuer selbst durchziehen zu wollen.